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Apple, Google, Amazon, Wolken und Musik

Vor nicht all zu lan­ger Zeit hat Google sein Pro­gramm “Google Music (beta)” gestar­tet, was im End­ef­fekt ein­fach kos­ten­lose Cloud-​​Storage für 20.000 Lie­der ist, wel­cher mit Android-​​Geräten schön inte­griert zusam­men­ar­bei­tet. Bis­her natür­lich nur in den USA verfügbar.

Dies war (viel­leicht) eine Reak­tion dadrauf, daß Ama­zon etwas wei­ter zurück “Amazon Cloud Player” (bzw. “Amazon Cloud Drive”) public gestellt haben. Hier bie­tet Ama­zon 5GB Cloud-​​Speicherplatz an mit ‘ner Android-​​Anwendung und ‘nem Web-​​Player, der die Musik (auch) stre­amt. Natür­lich auch wie­der nur US, und momen­tan auch kostenlos.

Was alle sehr amü­siert hat ist, daß weder Ama­zon noch Google dar­auf gewar­tet haben, daß die Plat­ten­la­bels end­lich mal “Okay, wir spie­len mit” sagen, son­dern es ein­fach gemacht haben.

Denn, wie der Zug von Ama­zon sagte: warum eigent­lich nicht? Kun­den dür­fen dar­auf nur spei­chern, was sie gekauft haben, sie krie­gen keine Lie­der, die sie nicht haben, und öffent­lich ver­füg­bar ist es auch nicht. Im deut­schen Recht fällt das pro­blem­los unter die Privatkopie.

Cue “AMERICA FUCK YEAH”-Auslegungen der Ver­wer­tungs­ge­sell­schaf­ten. Denn natür­lich haben die ja schon vor ‘ner Weile Blut gero­chen und ver­su­chen flei­ßig, den “Ver­kauf von Musik” sohin­ge­hend umzu­stel­len, daß man eigent­lich nur eine “begrenzte Nut­zungs­er­laub­nis” für Musik erlangt. Spricht man kauft (im phy­si­schen Falle) nicht mehr das Medium, son­dern die Erlaub­nis, die Lie­der so zu hören wie der Ver­wer­ter sich das vor­stellt. Damit über­trägt sich das ganze näm­lich “leich­ter” in vir­tu­elle DRM-​​Fesselklauseln mit begrenz­ter Anzahl von End­ge­rä­ten, Son­der­ab­ga­ben, etc. etc. etc.

Das wäre also unge­fähr so, als ob ich ein Buch kaufe, aber es dann nur ich lesen darf, und nie­mand anders. Außer­dem darf ich es nur zu Hause lesen, möchte ich unter­wegs, z.B. auf ‘ner Zug­reise oder im Berufs­pen­del, das Buch auf­schla­gen, so muss ich eine Extra-​​Lizenz erwer­ben, die mir das erlaubt. Und sollte ich das Buch nur digi­tal haben, dann darf ich die Datei nicht frei zwi­schen mei­nen Rech­nern hin– und her­schie­ben, son­dern nur auf Rech­nern auf­be­wah­ren, wo der Ver­trei­ber meint, dass es okay sei — und wehe, ich spiel’s auf einen eBook-​​Reader, der dem Ver­wer­ter nicht gefällt!

[Rich­tige Meta­phern mit Autos oder so fal­len schwer, weil’s keine vir­tu­el­len Autos gibt.]

Und jetzt sagen die Apple-​​Fanster: “Hah, Apple hat jetzt in aller Ruhe die Ver­träge aus­ge­han­delt! Die Infra­struk­tur stand schon ewig, aber jetzt sind die Deals mit der Indus­trie fer­tig und die iTu­nes Cloud wird SO MUCH MORE BETTARZ.”

Mit dem Ver­kaufs­ar­gu­ment natür­lich, daß man jetzt die Musik nicht mehr hoch­la­den (bzw. bei Ama­zon kau­fen) muss, son­dern dass man ein­fach die Platte scan­nen, die Lie­der has­hen, und dann sofort in der Cloud frei­schal­ten kann!

Toll, oder? Und all das nur zu den Kos­ten des Ver­kaufs der Seele an die Musik­in­dus­trie und die Unter­stüt­zung ihres kran­ken Geschäftsmodells!

Wahn­sinn, ey.

Denn wir wis­sen ja alle, wie super diese gan­zen Deals funktionieren.

Dinge, die man als Mann nicht sagen darf

Ich finde es immer wie­der erstaun­lich, wie sehr sich doch man­che Men­schen als rea­li­täts­fremd in ihren idea­lis­ti­schen Äuße­run­gen dar­stel­len. Diese ganze Gen­der­sa­che ist auch so ein Thema, wo einige Leute schein­bar echt Bestä­ti­gung und Kom­pen­sa­tion suchen. Dabei wird dann ein so banal doo­fer rhe­to­ri­scher Stil ver­wen­det, daß er stark an Argu­mente der Form „Nichts zu ver­ber­gen“ oder „Seid ihr etwa für die Ter­ro­ris­ten?“ erin­nert. Selbst wenn in die­sem Falle es viele Leute gibt, die dar­über die Nase rümp­fen, ist es genau so ein Kampf gegen Wind­müh­len, zu ver­su­chen, mit Gen­der­leu­ten zu argumentieren.

Gerade als Mann.

Soviel zur Gleich­be­rech­ti­gung der Meinungen.

Auf jeden Fall freut es mich daher um so mehr, daß andere Leute aus­spre­chen, was ich eigent­lich gar nicht sagen darf:

Es gibt ein paar –weib­li­che– Frauen […], die sich auf den Schlips getre­ten füh­len, sobald man die “Gleich­be­rech­ti­gung” kri­ti­siert, die eigent­lich gar keine Gleich­be­rech­ti­gung mehr ist, son­der eigent­lich eher die Unter­drü­ckung der Männer[.]

Die­ses leicht gekürzte Zitat stammt aus dem Arti­kel Feedback der Grünen von anicatha. Dort lis­tet sie einige der Reak­tio­nen auf, die sie bekom­men hatte, nach­dem sie die übertriebene „Frauengleichschaltungberechtigung der Grü­nen kritisierte.

Ich will mich hier nicht wirk­lich dazu äußern. Ich könnte ein Buch dadrü­ber schrei­ben, wie pein­lich die ganze Frau­engleich­be­rech­ti­gungs­be­we­gung sich manch­mal ver­hält, als sie sich nach den ers­ten (wich­ti­gen) grund­le­gen­den Erfol­gen in eine Art Mega­lo­ma­nie stürzte.

Aber ich habe ein­fach keine Lust auf die gan­zen Flame­wars, also lasse ich es.