Das Problem der unbewussten Überwachung

Ein kurzes Update fuer alle, die nicht ganz folgen.

Die Überwachung durch die NSA in Deutschland ist jetzt doch Chefsache. Pofalla hatte den Skandal eigentlich für beendet erklärt, aber dann kam raus, dass nicht nur das Volk im allgemeinen, sondern auch Politiker im Speziellen überwacht werden. Zum Beispiel unsere Bundeskanzlerin.

Und das geht ja gar nicht. Somit wurde das SEP-Feld durchbrochen und der Bundestag merkt plötzlich, wie blöd das doch alles eigentlich ist.

Erschwerend kommt hinzu, dass der Präsident, dessen Unterschrift unter der Liste der zu überwachenden Menschen stehen sollte, angeblich nichts davon wüsste. Hier ist die Rede vom „National Intelligence Priorities Framework„, welches die Überwachung von Staatschef vorgibt.

Das große Problem ist jetzt natürlich, dass der Chef seine Unterschrift unter etwas gesetzt hat, ohne zu wissen, was er da unterschrieben hat. Die Frage folgt natürlich: „Wo hat er das noch alles getan?“

Nicht nur ist das so unglaublich, dass das hier in Deutschland gerade einfach keiner glauben will und alle da nicht ganz hinter steigen, nein, selbst grundlegende Verfechter der Überwachungsmaßnahmen sehen daran nicht mehr den Sinn, die nationalen Interessen zu schützen, und stellen die ganzen Programme in Frage.

Prinzipiell mag ich Obama ja, aber seine halbherzige Herangehensweise an das ganze Thema, selbst wenn „nachvollziehbar“ durch den ganzen Stress beim Amtsantritt damals, wo es ihm vermutlich untergejubelt wurde, machen den Eindruck zu Nichte.

Und es ist immer noch bedrückend, dass das Thema nur ernst genommen wird, wenn es darum geht, wen Merkel per SMS eine Schelte verpasst, und nicht, wenn es um andere geht.

Autor: Tobias Wolter

Der Autor dieses Blogs fällt in die Kategorie jener seltsamen Menschen, die viel zu viel Zeit vor dem Computer verbringen, und ist somit auch in sozialer Hinsicht etwas anders gepolt als die meisten Menschen in dieser schönen neuen Welt, welche seine Heimat darstellt — daher auch der Titel des Blogs. Ganz dem Cliché folgend hat sich der Autor im Lauf seines Lebens schon einigen seltsamen Entscheidungen hingegeben, welche nicht ganz zeitgemäß scheinen, zum Beispiel den Verzicht auf eine gute Abiturnote zu Gunsten der eigenen Freizeit, die Ableistung des Wehrdienstes bei der Bundeswehr, im Gegensatz zur Annahme der Fluchtmöglichkeiten des Wehrersatzdienstes, und dem Studium der Mathematik an der Universität zu Köln. Zu finden ist er derzeit in Hürth bei Köln, wo er es immer noch nicht geschafft hat, durch exzessives Verlinken der Wikipedia sich sponsorn zu lassen.

Kommentar verfassen