Sprachliche Irrtümer

Wahlkampf-Gesichtspalme.

Wir sind im Wahlkampf.

Das heisst, dass man sich Dinge gerne so dichtet, wie sie einem gefallen.

So zum Beispiel die Piratenpartei Trier, die der NSA Generalverdacht understellt.

Das Problem ist nur, dass da jetzt Leute labern, die mal wieder keine Ahnung davon haben, wie das mit dem indirekten Kontext so funktioniert und daher alles automagisch für sich passend einordnen.

Was ihnen geschrieben wurde, als sie einen Freedom of Information Act request an die NSA schrieben:

We have determined that the fact of the existence or non-existence of the materials you request is a currently and properly classified matter in accordance with Executive Order 13526, as set forth in Subparagraph (c) of Section 1.4.

Weswegen der Antrag abgelehnt wird. Was natürlich keiner der Autoren schreibt, was denn 1.4(c) überhaupt so enthält. Man zitiert aus EO 13526:

Sec. 1.4. Classification Categories. Information shall not be considered for classification unless its unauthorized disclosure could reasonably be expected to cause identifiable or describable damage to the national security in accordance with section 1.2 of this order, and it pertains to one or more of the following:

[…]

(c) intelligence activities (including covert action), intelligence sources or methods, or cryptology;

Also darf die NSA sich rausnehmen, eine Anfrage abzulehnen, wenn sie findet, dass es eine Gefahr für die Offenlegung ihrer Aktivitäten, Quellen und Methoden darstellt, zu antworten.

Und was wurde angefragt? Richtig! „records indexed to my name“ – oder auch: alles, was sie zu einer Person haben. Was legt das offen? Richtig! Die Quellen und Methoden.

Was interpretiert die Piratenpartei Trier da? „WIR SIND TERRORISTEN WEIL DER EO IST WEGEN TERRORISMUS HIER UND SO!“

facepalm.

Es gibt so viele Dinge, die an Geheimdiensten problematisch sind, aber bitte lasst euch nicht auf den Leim gehen weil ihr nicht weit genug im Text lesen könnt.

Und bitte verfolgt nicht den Aufruf, einen DoS auf die NSA mit FOIA-Anfragen zu starten, das verschwendet nur Euer Geld (Porto), hat hohe ökologische Kosten (Post über den Atlantik hin und zurück) und nervt ’n Sekretär, der da arbeitet, aber niemand wichtigen.