Gedankenspiel Quellenforschung

Was wäre, wenn die Homöopathen die einzigen Nachlieferungen übermitteln?

Wie gut ist eigentlich so die Quellenprüfung bei der modernen Quellenforschung? [Eigentlich stand hier Archäologie, buy cialis aber das wäre ja nochmal ein Grad interessanter.]

Ich stelle mir gerade die Frage, weil man gerade wieder vermehr über so Unsinn wie Homöopathie liest. Heutzutage ist es schließlich trivial einfach, Schriften zu verfassen und zu publizieren, weswegen jeder Hinz und Kunz hingeht und seine geistigen Schwachsinnsergüsse veröffentlicht – nicht zuletzt in Blogs.

*hüstel*

Natürlich ist es auch inzwischen sehr billig, Gegenpositionen zu irgendwas aufzubringen. Selbst, wenn jemand weiß, daß der andere hanebüchenen Unsinn erzählt, so kann man heutzutage ohne großen Aufwand dies auch sagen.

Aber versetzen wir uns mal in eine Zeit zurück, wo dies nicht so trivial war. Zu den Zeiten, in denen es vom ökonomischen Aufwand keine Trivialität war, etwas zu publizieren, sondern eine merkliche Hürde.

Wenn also nun zu solchen Zeiten eine eher fanatische Subgruppierung meint, ihren Murks zu erzählen, aber jeder „vernünftige“ Mensch weiss, dass es Schwachsinn ist – würden sich die Leute dann nicht entscheiden, daß es Verschwendung von Zeit und Geld wäre, dagegen zu argumentieren?

Und wenn sich die Leute so entscheiden, kommen wir dann nicht im Endeffekt darauf hinaus, daß, anhand nur der direkt bezogenen Quellen betrachtet, die meisten „auffindbaren“ Quellen jene sind, welche Unsinn beinhalten? Man findet vielleicht in irgendwelchen Sekundärquellen Amusement über den Schwachsinn („Auf dem Markt letztens wollte ernsthaft jemand Schlangenöl verkaufen, aber wir haben ihn einfach alle ausgelacht bis er ging.“ in einem Brief, zum Beispiel), aber Primärquellen dazu?

Wie sehr differenziert und korreliert wird da? Schließlich bin ich hoffentlich nicht der erste, dem dieser Sachverhalt aufgefallen ist.

Apple, Google, Amazon, Wolken und Musik

Vor nicht all zu langer Zeit hat Google sein Programm „Google Music (beta)“ gestartet, was im Endeffekt einfach kostenlose Cloud-Storage für 20.000 Lieder ist, welcher mit Android-Geräten schön integriert zusammenarbeitet. Bisher natürlich nur in den USA verfügbar.

Dies war (vielleicht) eine Reaktion dadrauf, daß Amazon etwas weiter zurück „Amazon Cloud Player“ (bzw. „Amazon Cloud Drive„) public gestellt haben. Hier bietet Amazon 5GB Cloud-Speicherplatz an mit ’ner Android-Anwendung und ’nem Web-Player, der die Musik (auch) streamt. Natürlich auch wieder nur US, und momentan auch kostenlos.

Was alle sehr amüsiert hat ist, daß weder Amazon noch Google darauf gewartet haben, daß die Plattenlabels endlich mal „Okay, wir spielen mit“ sagen, sondern es einfach gemacht haben.

Denn, wie der Zug von Amazon sagte: warum eigentlich nicht? Kunden dürfen darauf nur speichern, was sie gekauft haben, sie kriegen keine Lieder, die sie nicht haben, und öffentlich verfügbar ist es auch nicht. Im deutschen Recht fällt das problemlos unter die Privatkopie.

Cue „AMERICA FUCK YEAH“-Auslegungen der Verwertungsgesellschaften. Denn natürlich haben die ja schon vor ’ner Weile Blut gerochen und versuchen fleißig, den „Verkauf von Musik“ sohingehend umzustellen, daß man eigentlich nur eine „begrenzte Nutzungserlaubnis“ für Musik erlangt. Spricht man kauft (im physischen Falle) nicht mehr das Medium, sondern die Erlaubnis, die Lieder so zu hören wie der Verwerter sich das vorstellt. Damit überträgt sich das ganze nämlich „leichter“ in virtuelle DRM-Fesselklauseln mit begrenzter Anzahl von Endgeräten, Sonderabgaben, etc. etc. etc.

Das wäre also ungefähr so, als ob ich ein Buch kaufe, aber es dann nur ich lesen darf, und niemand anders. Außerdem darf ich es nur zu Hause lesen, möchte ich unterwegs, z.B. auf ’ner Zugreise oder im Berufspendel, das Buch aufschlagen, so muss ich eine Extra-Lizenz erwerben, die mir das erlaubt. Und sollte ich das Buch nur digital haben, dann darf ich die Datei nicht frei zwischen meinen Rechnern hin- und herschieben, sondern nur auf Rechnern aufbewahren, wo der Vertreiber meint, dass es okay sei – und wehe, ich spiel’s auf einen eBook-Reader, der dem Verwerter nicht gefällt!

[Richtige Metaphern mit Autos oder so fallen schwer, weil’s keine virtuellen Autos gibt.]

Und jetzt sagen die Apple-Fanster: „Hah, Apple hat jetzt in aller Ruhe die Verträge ausgehandelt! Die Infrastruktur stand schon ewig, aber jetzt sind die Deals mit der Industrie fertig und die iTunes Cloud wird SO MUCH MORE BETTARZ.“

Mit dem Verkaufsargument natürlich, daß man jetzt die Musik nicht mehr hochladen (bzw. bei Amazon kaufen) muss, sondern dass man einfach die Platte scannen, die Lieder hashen, und dann sofort in der Cloud freischalten kann!

Toll, oder? Und all das nur zu den Kosten des Verkaufs der Seele an die Musikindustrie und die Unterstützung ihres kranken Geschäftsmodells!

Wahnsinn, ey.

Denn wir wissen ja alle, wie super diese ganzen Deals funktionieren.