18. März 2010: Humorverständnis

Eines der gro­ßen Pro­bleme bei der Ver­stän­di­gung der Geschlech­ter, mit denen ich mich ja schon in vorherigen Beiträgen kon­fron­tiert sah.

Des­we­gen ist es inter­es­sant, aus rein aka­de­mi­scher Sicht mal ein Bei­spiel aus der ande­ren Seite zu betrach­ten. Ich zitiere aus dem HOWTO Encou­rage Women in Linux:

Women keep silent when we see sexist jokes because if we pro­test, we will imme­dia­tely be atta­cked for being over-​​sensitive, uptight, or a “femi­nazi.” (Note: NEVER use the term “femi­nazi.” It dis­credits all femi­nists, and tri­via­li­zes the vic­tims of the Nazi Holo­caust. Con­sider how ridi­cu­lous it sounds to call people like Rush Lim­baugh “male chau­vina­zis” and you may under­stand why “femi­nazi” is so emo­tio­nally loaded.)

Die­ses Bei­spiel ist, mei­ner Mei­nung nach, ziem­lich inef­fek­tiv, denn die meis­ten Män­ner, die ich kenne, wür­den diese Bezeich­nung höchst unter­halt­sam fin­den. Gerade bei Chau­vi­nis­ten, aber auch all­ge­mein ist es, als Belei­dung, amüsant.

Was hin­ge­gen wie­derum zie­hen würde wäre, jeman­den per­sön­lich als Nazi zu bezeich­nen. Und es ernst zu meinen.

Aber auch da wie­derum gibt es natür­lich gute, alte Regeln — näm­lich Godwin’s Law. Von daher ist der Dis­kus­si­ons­be­darf bei einem Nazi-​​Vergleich sowieso sofort beendet.

Zuge­be­ner­ma­ßen wird das Schwei­gen aber sel­ten aus ein­ver­ständ­li­cher Rück­sicht auf God­win nicht gebro­chen, son­dern eher, weil sich die meis­ten Leute der Dis­kus­sion zu müßig sind und den Schrei­ben­den lie­ber still als Idio­ten beschimpfen.

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