Humorverständnis

Eines der großen Probleme bei der Verständigung der Geschlechter, mit denen ich mich ja schon in vorherigen Beiträgen konfrontiert sah.

Deswegen ist es interessant, aus rein akademischer Sicht mal ein Beispiel aus der anderen Seite zu betrachten. Ich zitiere aus dem HOWTO Encourage Women in Linux:

Women keep silent when we see sexist jokes because if we protest, we will immediately be attacked for being over-sensitive, uptight, or a „feminazi.“ (Note: NEVER use the term „feminazi.“ It discredits all feminists, and trivializes the victims of the Nazi Holocaust. Consider how ridiculous it sounds to call people like Rush Limbaugh „male chauvinazis“ and you may understand why „feminazi“ is so emotionally loaded.)

Dieses Beispiel ist, meiner Meinung nach, ziemlich ineffektiv, denn die meisten Männer, die ich kenne, würden diese Bezeichnung höchst unterhaltsam finden. Gerade bei Chauvinisten, aber auch allgemein ist es, als Beleidung, amüsant.

Was hingegen wiederum ziehen würde wäre, jemanden persönlich als Nazi zu bezeichnen. Und es ernst zu meinen.

Aber auch da wiederum gibt es natürlich gute, alte Regeln – nämlich Godwin’s Law. Von daher ist der Diskussionsbedarf bei einem Nazi-Vergleich sowieso sofort beendet.

Zugebenermaßen wird das Schweigen aber selten aus einverständlicher Rücksicht auf Godwin nicht gebrochen, sondern eher, weil sich die meisten Leute der Diskussion zu müßig sind und den Schreibenden lieber still als Idioten beschimpfen.

Autor: Tobias Wolter

Der Autor dieses Blogs fällt in die Kategorie jener seltsamen Menschen, die viel zu viel Zeit vor dem Computer verbringen, und ist somit auch in sozialer Hinsicht etwas anders gepolt als die meisten Menschen in dieser schönen neuen Welt, welche seine Heimat darstellt — daher auch der Titel des Blogs. Ganz dem Cliché folgend hat sich der Autor im Lauf seines Lebens schon einigen seltsamen Entscheidungen hingegeben, welche nicht ganz zeitgemäß scheinen, zum Beispiel den Verzicht auf eine gute Abiturnote zu Gunsten der eigenen Freizeit, die Ableistung des Wehrdienstes bei der Bundeswehr, im Gegensatz zur Annahme der Fluchtmöglichkeiten des Wehrersatzdienstes, und dem Studium der Mathematik an der Universität zu Köln. Zu finden ist er derzeit in Hürth bei Köln, wo er es immer noch nicht geschafft hat, durch exzessives Verlinken der Wikipedia sich sponsorn zu lassen.

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