13. Januar 2010: Gruppeninteraktion

Man nehme an, man sei in einer Gruppe.

Wenn man ein per­sön­li­ches Pro­blem mit einer Per­son aus einer Gruppe hat, so ist das nicht irgend­eine Schuld, die jene Gruppe zu tra­gen hat. Außer­dem ist es auch sonst kein Grund, die Gruppe zu verurteilen.

Falls diese Gruppe nun den Kon­flikt igno­riert oder belä­chelt, so ist das höchst­war­schein­lich nicht darin begrün­det, daß sie die Gegen­seite unter­stützt. Gerade bei lang­ste­hen­den und bekann­ten Kon­flik­ten ten­diert die Gruppe dazu, nicht den Kon­flikt zu wer­ten, son­dern daß die­ser Kon­flikt öffent­lich auf­ge­tra­gen wer­den muss.

Ins­be­son­dere wenn die­ser Kon­flikt zwar eigent­lich die Gruppe betrifft, aber quasi sofort zur Instru­men­ta­li­sie­rung von Anti­pa­thien her­hal­ten muss.

Just my thoughts.

2 Kommentare

  • Es ist also nicht die Ver­ant­wor­tung der Gruppe, sozia­les Fehl­ver­hal­ten inner­halb der Gruppe zu regu­lie­ren, um das gemein­schaft­li­che Leben inner­halb der Gruppe für alle Indi­vi­duen erträg­lich zu machen?

    Viel mehr ist es also die Auf­gabe der Gruppe, sich selbst zu bemit­lei­den, da sie ein­mal mehr in eine Situa­tion gebracht wurde, in der sie eigent­lich hätte rea­gie­ren sol­len um ihre Inte­gri­tät zu bewahren?

    Ist es nicht trau­rig, dass das schlechte Gefühl in der Bauch­ge­gend, das ein Indi­vi­duum die­ser Gruppe auf­grund sei­ner Rolle als Zeuge die­ser Gescheh­nisse emp­fin­det, nicht Taten, son­dern nur einen aus­flüch­ti­gen Blog­ein­trag her­vor­ge­bracht hat?

    Just my thoughts.

  • Dian­dra 15. Januar 2010

    Natür­lich ist es für den ein­zel­nen, der an dem ent­spre­chen­den Kon­flikt betei­ligt ist, blöd, wenn die geschlos­sene Gruppe die Posi­tion der ande­ren am Kon­flikt betei­lig­ten Per­son unter­stützt und man sich plötz­lich iso­liert findet.

    Ande­rer­seits halte ich es für bedenk­lich, wenn eine Gruppe von Men­schen ein rein funk­tio­na­les Gebilde ist (z.B. ein Arbeits­team) und sich kom­plett aus allem Zwi­schen­mensch­li­chen her­aus­hält, nach dem Motto “Regelt das gefäl­ligst unter euch und lasst uns damit in Frie­den.” In man­chen Fäl­len wäre es hilf­rei­cher, ent­we­der eine mode­rie­rende Funk­tion ein­zu­neh­men, wenn der Kon­flikt die Qua­li­tät der Grup­pen­in­ter­ak­tion beein­träch­tigt, oder auch klar Posi­tion zu bezie­hen, wenn eine der am Kon­flikt betei­lig­ten Per­so­nen sich etwa moralisch/​ethisch untrag­bar benom­men hat.

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