Katharsis

Weil es geschrieben sein muß: Ich schreibe die Texte hier nicht für irgendwelche eh nur spärlich vorhandenen Leser.

Was ich hier schreibe ist mehr kathartisch. Ich brauche es, um selber meine eigenen Gedanken zu entwickeln, da ich zwar die Meinung, die ich niederschreibe, schon vorher habe, aber eher als eine gedanklich amorphe Masse statt als eine wirklich brauchbare und zusammenfasbare Meinung.

Diese Beiträge sind quasi die Karte zu meiner Mannigfaltigkeit, womit ich weiß, wie ich diese Informationen «normal» ausdrücke. Eine Art von Katharsis. Oder Kartersis, in diesem Falle.

Im Englischen gibt es die schöne Floskel „I couldn’t care less“: I couldn’t care less darüber, wer die Beiträge hier schlussendlich liest. I couldn’t care less was die Leute von mir als Menschen halten, wenn sie meine hier ausgedrückten Meinungen lesen. I couldn’t care less wenn ich, je nachdem, was für Artikel ich schreibe, mehr oder weniger Leser habe. I couldn’t care less, wenn Leute korrekt schlussfolgern, daß ich oft sehr voreingenommen bin. Und I couldn’t care less, wenn ich wegen irgendwas hier geschriebenem Kontakt zu Jemanden verliere.

Das sind auch schon alles Sachen, die mehr oder weniger so vorgekommen sind. Aber I couldn’t care less.

Dies ist nur meine private Meinungsschleuder, und nicht mal das, eigentlich ist sie nur sowas wie ein Tagebuch. Mit einem einzigen Unterschied, der mich tatsächlich kümmert:

Wenn es wer liest, dann soll er denken.

Nicht einfach nur hinnehmen, was hier steht. Es als eine Meinung sehen. Abwägen. Kommentieren. Fehler finden (denn sie sind da).

Auch wenn ich tausend Personen vergraule, so ist es das doch wert, wenn man merkt, daß bei einem Einzelnen ein Licht aufgeht.

Eine Katharsis von den Sünden meiner Polemik und meiner Voreingenommenheit? Wer weiß. Time will tell.

Autor: Tobias Wolter

Der Autor dieses Blogs fällt in die Kategorie jener seltsamen Menschen, die viel zu viel Zeit vor dem Computer verbringen, und ist somit auch in sozialer Hinsicht etwas anders gepolt als die meisten Menschen in dieser schönen neuen Welt, welche seine Heimat darstellt — daher auch der Titel des Blogs. Ganz dem Cliché folgend hat sich der Autor im Lauf seines Lebens schon einigen seltsamen Entscheidungen hingegeben, welche nicht ganz zeitgemäß scheinen, zum Beispiel den Verzicht auf eine gute Abiturnote zu Gunsten der eigenen Freizeit, die Ableistung des Wehrdienstes bei der Bundeswehr, im Gegensatz zur Annahme der Fluchtmöglichkeiten des Wehrersatzdienstes, und dem Studium der Mathematik an der Universität zu Köln. Zu finden ist er derzeit in Hürth bei Köln, wo er es immer noch nicht geschafft hat, durch exzessives Verlinken der Wikipedia sich sponsorn zu lassen.

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