11. Dezember 2009: Katharsis

Weil es geschrie­ben sein muß: Ich schreibe die Texte hier nicht für irgend­wel­che eh nur spär­lich vor­han­de­nen Leser.

Was ich hier schreibe ist mehr kathar­tisch. Ich brau­che es, um sel­ber meine eige­nen Gedan­ken zu ent­wi­ckeln, da ich zwar die Mei­nung, die ich nie­der­schreibe, schon vor­her habe, aber eher als eine gedank­lich amor­phe Masse statt als eine wirk­lich brauch­bare und zusam­men­fas­bare Meinung.

Diese Bei­träge sind quasi die Karte zu mei­ner Man­nig­fal­tig­keit, womit ich weiß, wie ich diese Infor­ma­tio­nen «nor­mal» aus­drü­cke. Eine Art von Kathar­sis. Oder Kar­ter­sis, in die­sem Falle.

Im Eng­li­schen gibt es die schöne Flos­kel „I couldn’t care less“: I couldn’t care less dar­über, wer die Bei­träge hier schluss­end­lich liest. I couldn’t care less was die Leute von mir als Men­schen hal­ten, wenn sie meine hier aus­ge­drück­ten Mei­nun­gen lesen. I couldn’t care less wenn ich, je nach­dem, was für Arti­kel ich schreibe, mehr oder weni­ger Leser habe. I couldn’t care less, wenn Leute kor­rekt schluss­fol­gern, daß ich oft sehr vor­ein­ge­nom­men bin. Und I couldn’t care less, wenn ich wegen irgend­was hier geschrie­be­nem Kon­takt zu Jeman­den verliere.

Das sind auch schon alles Sachen, die mehr oder weni­ger so vor­ge­kom­men sind. Aber I couldn’t care less.

Dies ist nur meine pri­vate Mei­nungs­schleu­der, und nicht mal das, eigent­lich ist sie nur sowas wie ein Tage­buch. Mit einem ein­zi­gen Unter­schied, der mich tat­säch­lich kümmert:

Wenn es wer liest, dann soll er den­ken.

Nicht ein­fach nur hin­neh­men, was hier steht. Es als eine Mei­nung sehen. Abwä­gen. Kom­men­tie­ren. Feh­ler fin­den (denn sie sind da).

Auch wenn ich tau­send Per­so­nen ver­graule, so ist es das doch wert, wenn man merkt, daß bei einem Ein­zel­nen ein Licht aufgeht.

Eine Kathar­sis von den Sün­den mei­ner Pole­mik und mei­ner Vor­ein­ge­nom­men­heit? Wer weiß. Time will tell.

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