12. August 2009: Das Problem mit dem neuen Piratenpartei-​​Spot

Momen­tan kur­siert ein Entwurf zu einem neuen Piratenpartei-Spot durch das Inter­net. Die meis­ten Reak­tio­nen, die man so mit­be­kommt, sind Lob­hul­di­gun­gen über die Pro­fes­sio­na­li­tät und die Qua­li­tät des Wer­be­spots, und daß er gut und/​oder aus­sa­ge­kräf­tig sei.

Das Pro­blem ist, daß die meis­ten Kom­men­tare dazu von Nerds oder poli­tisch über­zeug­ten Men­schen kom­men, und diese bei­den Frak­tio­nen haben einen gro­ßen Nach­teil, wenn es um die Beur­tei­lung geht. Denn sie rea­li­sie­ren das größte Pro­blem nicht:

Kein nor­ma­ler Mensch erträgt ihn.

Das vor­hin genannte Pro­blem damit hat (weni­ger) Pro­bleme damit, intel­li­gente Argu­mente mit­zu­ver­fol­gen oder die Leute, die ihnen aus den Her­zen spre­chen, zu bestätigen.

Andere Men­schen haben ein Pro­blem mit einen Wer­be­spot, der so anfängt:

Ich finde, die gene­ti­schen Infor­ma­tio­nen aller Tiere und Pflan­zen sollte all­ge­mein­gut sein. Patente auf Lebe­we­sen sind unethisch.

Das ist rich­tig. Das ändert aber nicht daran, daß bei „gene­ti­schen Infor­ma­tio­nen“ sofort abge­schal­ten wird bei den Leu­ten, die nicht über­zeugt sind. Es ist lang­wei­lig und, für die meis­ten, auch ein­fach zu hoch.

Andere Par­teien haben noch keine aktu­el­len Spots oben, also kann man da keine brauch­bare aktu­elle Refe­renz zum Ver­gleich neh­men. Aber wenn man sich so alte Spots anschaut: Kurze, prä­gnante Sätze am Anfang. Nichts, wo die Leute weg­hö­ren. Bei lan­gen Spots wird viel­leicht über­haupt nur etwas Kom­pli­zier­tes ange­deu­tet.

Dazu kommt, daß die Spre­cher teil­weise ein­fach schlecht sowie über­haupt nicht rich­tig darin geschult wor­den sind, wie sie spre­chen sol­len. Man nehme die irri­tie­ren­den und unlo­gi­schen Pau­sen des Spre­chers, der über die Urhe­ber­rechts­än­de­run­gen sin­niert, oder das zusam­men­ge­quetschte Gela­ber des Man­nes, wel­cher die Bundeswehr-​​Mission kri­ti­siert. Die Spre­chen könn­ten es wahr­schein­lich bes­ser machen, aber sie hat ein­fach kei­ner bera­ten, und nie­mand sieht, was da falsch ist.

Ehr­lich. Das könnt ihr wirk­lich bes­ser machen, also hört auf, zu sagen, wie gut es doch sei — was es im Ver­gleich zu Twit­ter­spam sicher­lich ist — und euch mehr dar­auf zu kon­zen­trie­ren, was dadran scheiße ist.

Viel­leicht wird’s dann auch was mit den 5%.

2 Kommentare

  • smiss 12. August 2009

    Also die Bil­der selbst finde ich schon recht anspre­chend und die Blon­dine da sieht auch fein aus. :P

    Aber du hast trotz­dem Recht. Bei dem Kerl am Anfang mit dem Gen-​​Kram habe ich schon sehr schnell inner­lich abge­schal­tet, obwohl ich eigent­lich selbst behaup­ten würde, dass ich den gan­zen Scheiß, den die Par­tei for­dert, sehr wohl unter­stützte. Aber sowas ist für einen Wahl­wer­be­spot echt zu viel Zeug.

    Inter­es­sant finde ich, dass die Par­tei jetzt Bun­des­wehr als Thema auf­ge­nom­men hat.

    • Tobias Wol­ter 12. August 2009

      Ich bin ja auch voll dahin­ter, das ist ja das Pro­blem. Nur bin ich halt von Natur aus ein herz­haf­ter Skeptiker.

      Die Bun­des­wehr als Thema ist nur die logi­sche Fort­set­zung, daß die Pira­ten merk­ten, daß sie nicht nur eine Par­tei sind, die nach schwe­di­schem Vor­bild ein freies Copy­right will, son­dern tat­säch­lich die freiheitlich-​​demokratische Grund­ord­nung in ihrer Essenz wider­spie­geln sollte.

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