Das Problem mit dem neuen Piratenpartei-Spot

Kritik an dem aktuellen Vorschlag zum Piratenpartei-Wahlwerbespot.

Momentan kursiert ein Entwurf zu einem neuen Piratenpartei-Spot durch das Internet. Die meisten Reaktionen, die man so mitbekommt, sind Lobhuldigungen über die Professionalität und die Qualität des Werbespots, und daß er gut und/oder aussagekräftig sei.

Das Problem ist, daß die meisten Kommentare dazu von Nerds oder politisch überzeugten Menschen kommen, und diese beiden Fraktionen haben einen großen Nachteil, wenn es um die Beurteilung geht. Denn sie realisieren das größte Problem nicht:

Kein normaler Mensch erträgt ihn.

Das vorhin genannte Problem damit hat (weniger) Probleme damit, intelligente Argumente mitzuverfolgen oder die Leute, die ihnen aus den Herzen sprechen, zu bestätigen.

Andere Menschen haben ein Problem mit einen Werbespot, der so anfängt:

Ich finde, die genetischen Informationen aller Tiere und Pflanzen sollte allgemeingut sein. Patente auf Lebewesen sind unethisch.

Das ist richtig. Das ändert aber nicht daran, daß bei „genetischen Informationen“ sofort abgeschalten wird bei den Leuten, die nicht überzeugt sind. Es ist langweilig und, für die meisten, auch einfach zu hoch.

Andere Parteien haben noch keine aktuellen Spots oben, also kann man da keine brauchbare aktuelle Referenz zum Vergleich nehmen. Aber wenn man sich so alte Spots anschaut: Kurze, prägnante Sätze am Anfang. Nichts, wo die Leute weghören. Bei langen Spots wird vielleicht überhaupt nur etwas Kompliziertes angedeutet.

Dazu kommt, daß die Sprecher teilweise einfach schlecht sowie überhaupt nicht richtig darin geschult worden sind, wie sie sprechen sollen. Man nehme die irritierenden und unlogischen Pausen des Sprechers, der über die Urheberrechtsänderungen sinniert, oder das zusammengequetschte Gelaber des Mannes, welcher die Bundeswehr-Mission kritisiert. Die Sprechen könnten es wahrscheinlich besser machen, aber sie hat einfach keiner beraten, und niemand sieht, was da falsch ist.

Ehrlich. Das könnt ihr wirklich besser machen, also hört auf, zu sagen, wie gut es doch sei – was es im Vergleich zu Twitterspam sicherlich ist – und euch mehr darauf zu konzentrieren, was dadran scheiße ist.

Vielleicht wird’s dann auch was mit den 5%.

Autor: Tobias Wolter

Der Autor dieses Blogs fällt in die Kategorie jener seltsamen Menschen, die viel zu viel Zeit vor dem Computer verbringen, und ist somit auch in sozialer Hinsicht etwas anders gepolt als die meisten Menschen in dieser schönen neuen Welt, welche seine Heimat darstellt — daher auch der Titel des Blogs. Ganz dem Cliché folgend hat sich der Autor im Lauf seines Lebens schon einigen seltsamen Entscheidungen hingegeben, welche nicht ganz zeitgemäß scheinen, zum Beispiel den Verzicht auf eine gute Abiturnote zu Gunsten der eigenen Freizeit, die Ableistung des Wehrdienstes bei der Bundeswehr, im Gegensatz zur Annahme der Fluchtmöglichkeiten des Wehrersatzdienstes, und dem Studium der Mathematik an der Universität zu Köln. Zu finden ist er derzeit in Hürth bei Köln, wo er es immer noch nicht geschafft hat, durch exzessives Verlinken der Wikipedia sich sponsorn zu lassen.

2 Gedanken zu „Das Problem mit dem neuen Piratenpartei-Spot“

  1. Also die Bilder selbst finde ich schon recht ansprechend und die Blondine da sieht auch fein aus. :P

    Aber du hast trotzdem Recht. Bei dem Kerl am Anfang mit dem Gen-Kram habe ich schon sehr schnell innerlich abgeschaltet, obwohl ich eigentlich selbst behaupten würde, dass ich den ganzen Scheiß, den die Partei fordert, sehr wohl unterstützte. Aber sowas ist für einen Wahlwerbespot echt zu viel Zeug.

    Interessant finde ich, dass die Partei jetzt Bundeswehr als Thema aufgenommen hat.

    1. Ich bin ja auch voll dahinter, das ist ja das Problem. Nur bin ich halt von Natur aus ein herzhafter Skeptiker.

      Die Bundeswehr als Thema ist nur die logische Fortsetzung, daß die Piraten merkten, daß sie nicht nur eine Partei sind, die nach schwedischem Vorbild ein freies Copyright will, sondern tatsächlich die freiheitlich-demokratische Grundordnung in ihrer Essenz widerspiegeln sollte.

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