Sentimentalität im Alltag

Ich bin im Rahmen vollkommen anderer Recherchen auf einen interessanten Artikel im Blog von Alistair Pott gestoßen: „Lost wallets with baby photos more likely to be returned“.

Was eine britische Studie offenbar herausfand: wenn man sein Portemonnaie wiederhaben will, check nachdem man es verloren hat, muß man offenbar ein Babyphoto mit reinstecken. Sonst scheint es den meisten Briten zu viel Aufwand zu sein, ein Portemonnaie wieder zurückzugeben an den Besitzer. Die Schlussfolgerung ist hier offenbar, daß es den meisten Findern wohl das Herz erweicht, und daß man natürlich sein bestes tun muß, dem Vater – oder der Mutter – die Geldbörse wieder zurückzubringen.

Mit anderen Worten ist hier mal wieder Sentimentalität der einzige Motivator für soziale Verantwortung, und nur ein geringer Teil der Menschen scheint sich zu denken, dass es einfach richtig ist, einen Geldbeutel wieder seinen Weg in Richtung Besitzer finden zu lassen.

Aber es ist ja nicht so, als wäre es sonderlich selten im Alltag, daß die Sentimentalität das Handeln beeinflusst. Sicherlich stimmen die meisten Leute zu, daß nur richtig kaltherzige, kapitalistische Wurstverkäuferinnen dem sechsjährigen Sohn des Vaters, der gerade die Nahrung für die Familie erjagtFleisch einkäuft, kein Stück Fleischwurst geben würden.

Und so spaltet sich wieder etwas… Wenn man den vollen Umfang der Sozialfreundlichkeit genießen will. Man sollte schon fast einen Kindermietservice einführen, damit man andere Nachteile (Obdachlos, Arbeitslos, Übergewichtig, Junkie oder Single) ausgleichen kann, wenn es um soziale Interaktionen geht.

Was ich mir nur die ganze Zeit fragte: was ist, wenn es eine Gucci-Handtasche mit einem Babyphoto drin ist?

Und: skalieren Babyphotos? Oder wird es eine schlechtere Chance, wenn man scheinbar eine Großfamilie hat?

Zusatzfrage: Was ist mit einer teuren Gucci-Handtasche, die Kinderbilder drin hat?

Autor: Tobias Wolter

Der Autor dieses Blogs fällt in die Kategorie jener seltsamen Menschen, die viel zu viel Zeit vor dem Computer verbringen, und ist somit auch in sozialer Hinsicht etwas anders gepolt als die meisten Menschen in dieser schönen neuen Welt, welche seine Heimat darstellt — daher auch der Titel des Blogs. Ganz dem Cliché folgend hat sich der Autor im Lauf seines Lebens schon einigen seltsamen Entscheidungen hingegeben, welche nicht ganz zeitgemäß scheinen, zum Beispiel den Verzicht auf eine gute Abiturnote zu Gunsten der eigenen Freizeit, die Ableistung des Wehrdienstes bei der Bundeswehr, im Gegensatz zur Annahme der Fluchtmöglichkeiten des Wehrersatzdienstes, und dem Studium der Mathematik an der Universität zu Köln. Zu finden ist er derzeit in Hürth bei Köln, wo er es immer noch nicht geschafft hat, durch exzessives Verlinken der Wikipedia sich sponsorn zu lassen.

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