30. April 2009: Gentleman-​​Verhalten

Dis­kri­mi­nie­rend?

Wir ken­nen es ja alle — Ver­hal­ten, daß als höf­lich gegen­über der Frau inter­pre­tiert wird. Und gerade heut­zu­tage fällt es dem Autor des öfte­ren auf, daß dies stark pola­ri­sie­rend ist. Je nach Per­son reicht die emp­fun­dene Mei­nung zu die­sem Thema von “sehr nett” über “über­flüs­sig” zu “herabsetzend”.

Das Inter­es­sante bei der Sache ist ja, wel­che Ziel­gruppe wel­che Mei­nung hat. Natür­lich ist es wahr­schein­lich, daß Femi­nis­tin­nen dem eher abge­neigt sind, zum Bei­spiel; aber man kann das natür­lich nicht pau­schal sagen.

Also muß man ein­mal über­le­gen, was man so für Mei­nun­gen haben könnte, und wel­che Aus­wir­kung die Mei­nung hat. Bei­spiele wären (keine direk­ten Zitate):

  • “(Er mag mich|Er denkt es wäre so rich­tig|.…) und ich finde die Auf­merk­sam­keit nett.”
  • “Ich finde es unan­ge­nehm, wenn man sich so um mich kümmert.”
  • “Wenn er das für mich macht heisst das doch, dass ich es nicht sel­ber kann.”
  • “Ich komme mit die­sem gan­zen for­ma­len Gefum­mel nicht klar.”
  • “Ich finde es über­trie­ben und nicht mehr zeitgemäß.”

Inter­es­san­ter­weise — da ich noch ein paar Stich­pro­ben in gewis­sen Kreise gemacht habe — war die Ant­wort “?” eine recht häu­fige Reak­tion auf die Frage, was jene Per­son von Gentlemen-​​Verhalten halte. Nur so am Rande.

Beim Her­um­fra­gen stellte sich her­aus, daß eine ein­deu­tige Ten­denz dazu geht, daß man eine gewisse Umsor­gung in der Form von Gentleman-​​Verhalten gut fin­det, solange es sich in Maßen hält. Wer über­treibt ver­liert — was allein schon an der Natur des Wor­tes liegt. Aber ich schweife ab.

Was für Beweg­gründe, bzw. Inter­pre­ta­tio­nen, kris­tal­li­sie­ren sich aus den Mei­nun­gen heraus?

  1. Schät­zung von Aufmerksamkeit
  2. Her­ab­set­zung oder –schät­zung der Frau
  3. Kri­tik an ver­al­te­ter Tradition

Der Autor sel­ber fin­det ja, daß alle drei Punkte zutref­fen, aber per­sön­lich am meis­ten Wert immer noch auf den ers­ten Punkt zu legen sei. Und zum Glück wurde sein pes­si­mis­ti­schen Bild nicht voll­auf bestätigt.

2 Kommentare

  • Anne 2. Mai 2009

    Dein pes­si­mis­ti­sches Bild zeigt sich schon an Dei­ner Aus­wahl mög­li­cher Reak­tio­nen, nur eine ist positiv.

  • Naja, die Sache ist ja, daß die gan­zen posi­ti­ven Ant­wor­ten alle halt wie Mög­lich­keit a sind — es gab’ _​weit_​ mehr Posi­tive, nur die Nega­ti­ven waren differenzierter.

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