One week later…

Über Verluste.

Manchmal muss man auf Sachen zurückblicken, und merkt, wie dumm man doch eigentlich war.

Das hat jetzt nichts mit meinem Mangel an Schreiberei in der letzten Zeit (bzw. das letzte halbe Jahr) gelegen. Ich habe weder eine plötzliche Verstärkung meines Lebens erfahren, als daß ich keine Zeit mehr hätte, über Dinge zu lästern, und noch war ich jetzt so unten durch, daß ich die Motivation verloren hätte. Irgendwann gehen einem halt mal einfach die akuten Dinge zum Lästern aus. Das mag ein Problem sein, wenn man sich ein Thema für sein Blog vorschreibt.

Auf jeden Fall ist diese Geschichte eine ganz andere, ziemlich frisch, und bei Weitem nicht so trivial wie nervige Rentner mit ihrer Normgeschwindigkeit 40 km/h.

Im Prinzip kann man „gute“ und „schlechte“ Kommunikation auch mit einer anderen Skala beschreiben:

  • „Gute“ Kommunikation ist verständnisvoll – die Wahrscheinlichkeit, daß man Aussagen des anderen misversteht, ist ziemlich gering.
  • „Schlechte“ Kommunikation hingegen ist verständnisarm – man nimmt selbst die größte Diskrepanz zwischen der Interpretation der Aussage und der gemeinten Aussage nicht wahr.

Das Problem ist natürlich, daß man das nicht unterscheiden kann. Wie denn auch, die eigene Interpretation der Aussage lässt sich natürlich hinterfragen, aber man wird ja beim Wiederbetrachten eh nur auf die selbe -falsche- Idee wie vorher kommen. Es ist so leicht, Sachen zu verwechseln, insbesondere wenn es in das Feld Zuneigung geht.

Denn wer weiss schon genau, wenn er mit Leuten nur über das Internet spricht, welche Motivation hinter ihren Taten steht? Wie genau will man wissen, ob wer nur dauernd online auftaucht, weil man ihnen gerade Kurzweil beratet, oder daß diese Leute nur wegen einem überhaupt da sind, und sich für diese Besessenheit fast schämen?

Und wie soll man dann sagen, daß man sich selber nur nicht sicher war, wie es steht, und was möglich ist… Und sich deswegen nicht getraut hat, mehr zu machen, um nicht das, was schon gerade so besteht, zu zerbrechen?

Im Prinzip gibt es keine einfachen Lösungen für solche Probleme. Das Internet ist ein unzureichendes Kommunikationsmedium. Der Mensch braucht Körpersprache, denn sonst bleibt man zurück mit Mißverständnissen, die einem das vielleicht Beste kostet, was man in den letzten Jahren erlebt hat. Und dann verbringt man die Tage damit, daß man nicht aufhören kann, dran zu denken, wie dumm man doch war..

Und fühlt sich scheiße.

Denn manchmal merkt man einfach nicht, was man hat, und die Realisation, wenn man es verliert, ist ein Absturz sondergleichen.

I’m so sorry.

Autor: Tobias Wolter

Der Autor dieses Blogs fällt in die Kategorie jener seltsamen Menschen, die viel zu viel Zeit vor dem Computer verbringen, und ist somit auch in sozialer Hinsicht etwas anders gepolt als die meisten Menschen in dieser schönen neuen Welt, welche seine Heimat darstellt — daher auch der Titel des Blogs. Ganz dem Cliché folgend hat sich der Autor im Lauf seines Lebens schon einigen seltsamen Entscheidungen hingegeben, welche nicht ganz zeitgemäß scheinen, zum Beispiel den Verzicht auf eine gute Abiturnote zu Gunsten der eigenen Freizeit, die Ableistung des Wehrdienstes bei der Bundeswehr, im Gegensatz zur Annahme der Fluchtmöglichkeiten des Wehrersatzdienstes, und dem Studium der Mathematik an der Universität zu Köln. Zu finden ist er derzeit in Hürth bei Köln, wo er es immer noch nicht geschafft hat, durch exzessives Verlinken der Wikipedia sich sponsorn zu lassen.

5 Gedanken zu „One week later…“

  1. „Die Gegenwart ist die Frucht der Vergangenheit und der Same der Zukunft.“ [B. Benson]

    Also: Blick nach vorn und einen Fuß vor den anderen gesetzt. Nur so geht’s weiter, und nur so geht’s weg vom jetzigen.

  2. Zu solchen Mißverständnissen kann ich nur sagen: passiert. Auch von Angesicht zu Angesicht *farbanomalie zustimmend zunick* – davon kann ich ein Liedchen Singen. Und letztlich bleibt einem nur das, was Peaceman schon geraten hat – nach vorne schauen. Das meint nicht Vergessen, viel mehr ‚Aussortieren‘ und nur das Beste mitnehmen, denn anders nagt es an einem, immer zu, bis nicht mehr viel übrig ist.

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