21. Oktober 2008: One week later…

Manch­mal muss man auf Sachen zurück­bli­cken, und merkt, wie dumm man doch eigent­lich war.

Das hat jetzt nichts mit mei­nem Man­gel an Schrei­be­rei in der letz­ten Zeit (bzw. das letzte halbe Jahr) gele­gen. Ich habe weder eine plötz­li­che Ver­stär­kung mei­nes Lebens erfah­ren, als daß ich keine Zeit mehr hätte, über Dinge zu läs­tern, und noch war ich jetzt so unten durch, daß ich die Moti­va­tion ver­lo­ren hätte. Irgend­wann gehen einem halt mal ein­fach die aku­ten Dinge zum Läs­tern aus. Das mag ein Pro­blem sein, wenn man sich ein Thema für sein Blog vorschreibt.

Auf jeden Fall ist diese Geschichte eine ganz andere, ziem­lich frisch, und bei Wei­tem nicht so tri­vial wie ner­vige Rent­ner mit ihrer Norm­ge­schwin­dig­keit 40 km/​h.

Im Prin­zip kann man “gute” und “schlechte” Kom­mu­ni­ka­tion auch mit einer ande­ren Skala beschreiben:

  • “Gute” Kom­mu­ni­ka­tion ist ver­ständ­nis­voll — die Wahr­schein­lich­keit, daß man Aus­sa­gen des ande­ren mis­ver­steht, ist ziem­lich gering.
  • “Schlechte” Kom­mu­ni­ka­tion hin­ge­gen ist ver­ständ­nis­arm — man nimmt selbst die größte Dis­kre­panz zwi­schen der Inter­pre­ta­tion der Aus­sage und der gemein­ten Aus­sage nicht wahr.

Das Pro­blem ist natür­lich, daß man das nicht unter­schei­den kann. Wie denn auch, die eigene Inter­pre­ta­tion der Aus­sage lässt sich natür­lich hin­ter­fra­gen, aber man wird ja beim Wie­der­be­trach­ten eh nur auf die selbe –fal­sche– Idee wie vor­her kom­men. Es ist so leicht, Sachen zu ver­wech­seln, ins­be­son­dere wenn es in das Feld Zunei­gung geht.

Denn wer weiss schon genau, wenn er mit Leu­ten nur über das Inter­net spricht, wel­che Moti­va­tion hin­ter ihren Taten steht? Wie genau will man wis­sen, ob wer nur dau­ernd online auf­taucht, weil man ihnen gerade Kurz­weil bera­tet, oder daß diese Leute nur wegen einem über­haupt da sind, und sich für diese Beses­sen­heit fast schämen?

Und wie soll man dann sagen, daß man sich sel­ber nur nicht sicher war, wie es steht, und was mög­lich ist… Und sich des­we­gen nicht getraut hat, mehr zu machen, um nicht das, was schon gerade so besteht, zu zerbrechen?

Im Prin­zip gibt es keine ein­fa­chen Lösun­gen für sol­che Pro­bleme. Das Inter­net ist ein unzu­rei­chen­des Kom­mu­ni­ka­ti­ons­me­dium. Der Mensch braucht Kör­per­spra­che, denn sonst bleibt man zurück mit Miß­ver­ständ­nis­sen, die einem das viel­leicht Beste kos­tet, was man in den letz­ten Jah­ren erlebt hat. Und dann ver­bringt man die Tage damit, daß man nicht auf­hö­ren kann, dran zu den­ken, wie dumm man doch war..

Und fühlt sich scheiße.

Denn manch­mal merkt man ein­fach nicht, was man hat, und die Rea­li­sa­tion, wenn man es ver­liert, ist ein Absturz sondergleichen.

I’m so sorry.

5 Kommentare

  • Peace­man 22. Oktober 2008

    “Die Gegen­wart ist die Frucht der Ver­gan­gen­heit und der Same der Zukunft.” [B. Benson]

    Also: Blick nach vorn und einen Fuß vor den ande­ren gesetzt. Nur so geht’s wei­ter, und nur so geht’s weg vom jetzigen.

  • far­ba­no­ma­lie 23. Oktober 2008

    Nicht sehr tröst­lich, aber: Sogar mit Kör­per­spra­che schafft man sol­che Missverständnisse.

  • Na 25. Oktober 2008

    *schwei­gend drück*

  • mi 30. Oktober 2008

    Zu sol­chen Miß­ver­ständ­nis­sen kann ich nur sagen: pas­siert. Auch von Ange­sicht zu Ange­sicht *far­ba­no­ma­lie zustim­mend zunick* — davon kann ich ein Lied­chen Sin­gen. Und letzt­lich bleibt einem nur das, was Peace­man schon gera­ten hat — nach vorne schauen. Das meint nicht Ver­ges­sen, viel mehr ‘Aus­sor­tie­ren’ und nur das Beste mit­neh­men, denn anders nagt es an einem, immer zu, bis nicht mehr viel übrig ist.

  • […] ist es ein ein­fa­cher Aus­weg, aber es ist mei­nes Ermes­sens ein­fach kein Ersatz. Wie ich schon oft erzählte ersetzt das Inter­net halt kei­nen mensch­li­chen Kon­takt — sobald man jen­seits des reinen […]

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