22. Juli 2007: Perspektivenwechsel

Manch­mal kommt man dazu, die Per­spek­tive zu wech­seln. Es ist nicht immer eine wirk­lich frei­wil­lige Situa­tion; oft will man auch gar nicht, daß man in diese Situa­tion kommt. So zum Bei­spiel bei einer Ope­ra­tion: danach sieht man die Welt aus ande­ren Augen, denn die Wahr­schein­lich­keit, daß man danach irgend­ei­nen Teil sei­nes Kör­pers scho­nen muss, ist ziem­lich hoch. Und so kommt man zum Bei­spiel unfrei­wil­lig in die Lage eines Behinderten.

Man stelle sich vor, man wird am Arm oder an der Schul­ter ope­riert, und trägt den Arm danach in einer star­ren Schiene. Nichts darf man machen, die Hand wird quasi nutz­los, und alles muss mit einer Hand und einem Arm bewäl­tigt wer­den. Wir kom­men mit die­ser Macht­lo­sig­keit klar, denn wir wis­sen, daß es einige Tage oder Wochen spä­ter wie­der okay ist. Aber was wäre, wenn dem nicht so ist? Wenn der Arm nicht in einer Schiene ist, son­dern ganz ab? Wie kommt man dann damit klar, daß man nur noch einen Arm zur Ver­fü­gung hat? Das sollte man sich in sol­chen Situa­tio­nen viel­leicht mal durch den Kopf gehen lassen.

Und damit ver­bin­den sich natür­lich auch mehr fra­gen… wenn man nor­mal drü­ber nach­denkt, kom­men einem natür­lich gute Ideen für Behin­derte… Aber einem Fal­len viele Sachen erst auf, wenn man sel­ber und die­ser Behin­de­rung lei­det. Wenn unser Arm­be­hin­der­ter sich zum Bei­spiel etwas kocht, den­ken wir uns bestimmt, das er doch zu Fer­ti­g­nah­rung grei­fen soll, da dies ein­fa­cher sei… Nun, schon­mal eine Kon­ser­ven­dose mit nur einen Hand auf­ge­macht? Sau­ber geht das nicht. Und dann wol­len wir nicht von Ver­pa­ckun­gen anfan­gen, die man nicht auf­schnei­den kann…

Nur mal so ein Gedanke.

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