Rauchen: Schwarzer Tod im neuen Gewand

Wie eifrigere Leser vielleicht schon mitverfolgt haben ist Rauchen nicht gerade etwas, dem der Autor all zu positiv gegenüber eingestellt ist. Dies stellt ausnahmsweise mal eine dezente Untertreibung dar, aber das macht nichts, da es durch den üblich übertriebenen Stil gar nicht ausfällt. Wie man als Mathematiker gerne sagt: abzählbar viele Ausnahmen sind irrelevant.

Aber der Autor findet, daß er sich nach seiner längeren Lästerabstinenz mal wieder einem Thema widmen sollte, welches ihn fast tagtäglich betrifft: aerosole Carcinogene, oder zu Deutsch „der böse Rauch vom Ende des Glimmstengels“, der machin shin der Straße. Es sollte ein leichtes sein, ihm an freier Luft zu entkommen, aber in der Praxis erweist es sich als komplizierter, als man denkt.

An und für sich ist es dem Autor ziemlich gleich, wie sich andere Menschen das Leben versauen, ihre Gesundheit verschlechtern und auf billigem bis lächerlichem Wege versuchen, Stress abzubauen; es gibt keine geeignete Sucht, die da rein positiv hilft. Nur dann, wenn Leute meinen, andere Leute in ihre schädliche Freizeitgestaltung mit einzubeziehen, wird es kritisch. Und genau das machen Raucher.

Zum einen ist es schonmal ekelhaft. Raucher sollten sich einmal vor Augen halten, wie ekelhaft sie ihre erste Zigarette empfanden – und dann im Hinterkopf behalten, daß sie es so haben wollten, und es ihnen nicht aufgezwungen wurde. Allein der verbleibende Geruch in der Luft ist oft schlimm genug, um jeden Nichtraucher Unwohlbehagen zu bereiten.

Aber das ist natürlich nicht das Hauptproblem. Dieses liegt, wie zu erwarten, in der gesundheitsschädlichen Wirkung. Wie gesagt ist es dem Autor gleich, ob sich Leute auf langsame Art und Weise selbst umbringen, selbst wenn es gegen alle vernünftige darwinistische Logik verstösst, daß sich solche Lebensherausgeforderten trotzdem noch ungezügelt fortpflanzen können. Aber der schädigende Effekt auf andere ist erwiesen, und ein Raucher schädet mit jeder Zigarette jeden in seiner näheren Umgebung. Und das auf sehr üble Weise – denn auch Passivrauchen kann Atemwegserkrankungen (durch Ablagerung vor Rauchpartikel in Luftröhre und Lunge) erzeugen und erhöht das Risiko der Entwicklung eines Lungenkrebs enorm.

Wenn man’s so sehen will: jeder Akt des Rauchens ist eine Schädigung für alle Umstehenden. Mehrfache Körperverletzung, sogar schwere, da die eventuelle Folgen alles Langzeitfolgen sind. Natürlich gibt es keine direkte Beziehung, daß genau eine speziellie Zigarette etwas auslöst, aber wenn einem eine sehr große Gruppe von Menschen immer ein kleines Stück in Richtung eines Abgrund schubst, ist dann nur der Schuld, der als letzes schiebt? Ich glaube nicht.

Die meisten Raucher meinen dann, daß die anderen sich halt von ihnen fernhalten sollen, aber diese Einstellung ist doch einfach hirnverbrannt. Darf ich auf meiner Straße Landminen verteilen und dann sagen, daß man doch nicht durch die Straße durch muß, wenn man sich nicht verletzen will? Nein. Eine gezielte Verseuchung des öffentlichen Raums mit Verweis auf Vermeidungsmöglichkeiten ist absolut inakzeptabel und keine Ausrede.

Aber auch die Mentalität der Raucher zeigt, was eigentlich schiefgeht: es ist ihnen absolut egal, was sie ihren Mitmenschen antun. Raucher denken, sie haben das Recht, zu rauchen wann und wo sie wollen. Es gibt viele tolle Slogans, die man da entgegenbringen kann, wobei einige noch von der Höflichkeit ausgehen, daß der Rauchen vorher fragt, ob man rauchen kann, und es nicht einfach macht („Stört es Dich, wenn ich rauche?“ „Nein, mich stört es nicht einmal, wenn Du brennst!“).

Der Autor findet die ganze Tirade der Raucher auf Toleranz und Rücksicht lächerlich, da die Raucher nicht einmal auf das Leben der anderen Rücksicht nehmen, und man sie nur von Straftaten abzuhalten versucht. Absolut lächerlich.

P.S.: Natürlich gibt es auch rücksichtsvolle Raucher. Aber nicht wirklich viele.

Autor: Tobias Wolter

Der Autor dieses Blogs fällt in die Kategorie jener seltsamen Menschen, die viel zu viel Zeit vor dem Computer verbringen, und ist somit auch in sozialer Hinsicht etwas anders gepolt als die meisten Menschen in dieser schönen neuen Welt, welche seine Heimat darstellt — daher auch der Titel des Blogs. Ganz dem Cliché folgend hat sich der Autor im Lauf seines Lebens schon einigen seltsamen Entscheidungen hingegeben, welche nicht ganz zeitgemäß scheinen, zum Beispiel den Verzicht auf eine gute Abiturnote zu Gunsten der eigenen Freizeit, die Ableistung des Wehrdienstes bei der Bundeswehr, im Gegensatz zur Annahme der Fluchtmöglichkeiten des Wehrersatzdienstes, und dem Studium der Mathematik an der Universität zu Köln. Zu finden ist er derzeit in Hürth bei Köln, wo er es immer noch nicht geschafft hat, durch exzessives Verlinken der Wikipedia sich sponsorn zu lassen.

4 Gedanken zu „Rauchen: Schwarzer Tod im neuen Gewand“

  1. Darwins Theorie besagt, daß die am besten Angepassten überleben. Da steht nix davon, daß sie sich nicht selbst schädigen dürfen. Wenn sich dadurch ihre Fitness, sprich die Eigenschaft, Nachkommen zu erzeugen, haben sie dadurch einen Vorteil, der sich durchsetzen wird.

    Und ansonsten ists ziemlich schlimm, wie Raucher einem ihren Qualm aufzwingen ja. Und wenn man wie ich kurz darauf sich beinahe die Lunge aus dem Leib hustet wird man noch verständnislos angeschaut… Als Kind hab ich deswegen beinahe gekotzt, was der wohl gesagt hätte, wenn ich ihm den guten Anzug versaut hätte?

  2. Im obigen Kommentar fehlt ein „genügend erhöhen“, bitte an passender Stelle einfügen. Das Editfenster ist aber auch viel zu klein.
    (Und der Text lügt. Die hier von mir eingegebene Emailadresse wurde schon viel zu oft veröffentlicht)

  3. Rauchen ist ein jahrtausendaltes Kulturgut. Wer nicht regelmäßig raucht, weiß überhaupt nicht, was Genuss eigentlich ist. ;)

    Erste Zigarette war toll, übrigens.

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