Bildung im Angesicht sozialer Gerechtigkeit

Mal wieder gehe ich auf etwas ein, cure das ToJe schrieb: „Schneller Studieren mit weniger Geld?“ ist die Frage, sale die ihn beschäftigt, als Reaktion auf die Pläne der Erhöhung des BAFöG-Höchstsatzes. Er schlussfolgert ziemlich richtig, daß der Arbeitlose, der faul auf dem Arsch sitzt und alle Jobangebote ablehnt, die ihm nicht mehr bringen als sein ALG II, finanziell weit besser darsteht als ein Student, der sich mit Teilzeitbeschäftigung und Ausbildungsförderung mühsam sein Studium und sowas unwichtigen wie Wohnung und Ernährung unterhaltet.

Aber zusätzlich ist ALG II relativ indiskriminativ: alles, was irgendwie an Sonderausgaben anfällt, wird angerechnet. Zuschüsse nach BAFöG berechnen sich nach dem Gehalt der Eltern und einiger trivialer Abrechnungsziffern, welche selten zu Tragen kommen. Aber einige Sachen werden einfach nicht beachtet. Hypotheken tauchen am Horizont der BAFöG-Gewährleistenden gar nicht auf, welches einen darauf schliessen lässt, das finanziell belastete Familien sich doch am Besten weiter belasten sollen, wenn sie ihrem Kind mit dem Studium helfen. Und das müssen sie schliesslich, denn erst, wenn die Familie gar kein Geld hat, tritt das BAFöG ins Feld. Wenn sie nur wenig Geld haben dürfen sie erst einmal weiter verarmen. So schreibt sich soziale Gerechtigkeit.

„The shelter had been a truck depot, and it still retained its former sense of intimacy and warmth.“ (Tad Williams, Otherland, Vol. 1: City of Golden Shadow)

Autor: Tobias Wolter

Der Autor dieses Blogs fällt in die Kategorie jener seltsamen Menschen, die viel zu viel Zeit vor dem Computer verbringen, und ist somit auch in sozialer Hinsicht etwas anders gepolt als die meisten Menschen in dieser schönen neuen Welt, welche seine Heimat darstellt — daher auch der Titel des Blogs. Ganz dem Cliché folgend hat sich der Autor im Lauf seines Lebens schon einigen seltsamen Entscheidungen hingegeben, welche nicht ganz zeitgemäß scheinen, zum Beispiel den Verzicht auf eine gute Abiturnote zu Gunsten der eigenen Freizeit, die Ableistung des Wehrdienstes bei der Bundeswehr, im Gegensatz zur Annahme der Fluchtmöglichkeiten des Wehrersatzdienstes, und dem Studium der Mathematik an der Universität zu Köln. Zu finden ist er derzeit in Hürth bei Köln, wo er es immer noch nicht geschafft hat, durch exzessives Verlinken der Wikipedia sich sponsorn zu lassen.

Ein Gedanke zu „Bildung im Angesicht sozialer Gerechtigkeit“

  1. Immerhin bin ich als ein Student in NRW, der (viel) BAföG bekomm(en ha)t, froh, dass ich dank der Kappungsgrenze nicht noch zusätzlich durch die Studiengebühren belastet werde.

    In anderen Ländern gibt’s es da AFAIK oft keine solche Ausnahme oder die Kappungsgrenzen liegen wesentlich höher als in NRW:
    http://www.studis-online.de/StudInfo/Gebuehren/studienbeitragsdarlehen.php#tabelle

    Aber das ist das Credo: Wir brauchen mehr Studenten, also machen wir das Studium teurer.
    Klingt logisch, oder?

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