Kinder und Süßes

Manchmal ist es doch echt zu einfach. Auch im Spiegel 7/2007 wird über eine neue Werbekampagne der Firma Mini berichtet, wo sich einige Autofahrer in vier amerikanischen Städten über personalisierte Werbeanzeigen freuen dürfen.

Wie das ganze bewerkstelligt wird? Von der Firma kriegt der Fahrer einen Schlüssel mit elektronischem Innenleben, welcher mit persönlichen Daten gespickt wird. Wie genau die Daten jetzt an die Anzeige übertragen werden (aktiv oder passiv, RFID oder etwas anderes) und ob die Tafel sich erst aus einem Intranet/dem Internet Informationen über den Besitzer holt, ist mir noch nicht bekannt. Auch wäre es interessant zu wissen, ob bei einer aktive Technik eine interne Batterie benutzt wird oder durch das Zündschloß Strom vom Auto bereitgestellt wird, und wie (merke: nicht ob, sondern wie) es sich bei einer passiven Technik auslesen liesse.

Und wieder einmal merkt man, wie einfach man Menschen hinter’s Licht führen kann: anstatt ihnen zu sagen, dass man einfach nur gucken will, wie gut man sie in ihren Bewegungen verfolgen kann, bietet man zusätzlich noch ein fast schwachsinniges Spielzeugangebot, und die Leute lassen sich freiwillig überwachen.

Arme Welt.

P.S.: Frägt sich nur, wann so ein System China erreicht und dann direkt mit der großen Identitätsdatenbank querkorrelliert wird.

Autor: Tobias Wolter

Der Autor dieses Blogs fällt in die Kategorie jener seltsamen Menschen, die viel zu viel Zeit vor dem Computer verbringen, und ist somit auch in sozialer Hinsicht etwas anders gepolt als die meisten Menschen in dieser schönen neuen Welt, welche seine Heimat darstellt — daher auch der Titel des Blogs. Ganz dem Cliché folgend hat sich der Autor im Lauf seines Lebens schon einigen seltsamen Entscheidungen hingegeben, welche nicht ganz zeitgemäß scheinen, zum Beispiel den Verzicht auf eine gute Abiturnote zu Gunsten der eigenen Freizeit, die Ableistung des Wehrdienstes bei der Bundeswehr, im Gegensatz zur Annahme der Fluchtmöglichkeiten des Wehrersatzdienstes, und dem Studium der Mathematik an der Universität zu Köln. Zu finden ist er derzeit in Hürth bei Köln, wo er es immer noch nicht geschafft hat, durch exzessives Verlinken der Wikipedia sich sponsorn zu lassen.

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