Brüllwürfel, viel zu kleine

Lästern über dumme Jugendliche in der Straßenbahn.

.. nicht zu verwechseln mit den kleinen Kläffkästen der Terrierklasse.

Das Semester trottet vor sich dahin, und mit dem Semester kommt die tägliche Kommune zur Universität. Viele Menschen drängen sich auf engen Raum zusammen, und versinken auf ihrem (normalerweise Steh-)platz in einen gedankenverloren Blick, der alles sucht, nur nicht die Bahn. Einige wenige gucken sich um, beobachten die vorbeirauschende Stadt. Einige lesen ihre Zeitungen oder ihre Bild, versuchen das charakteristisch rosane Papier der FAZ in ihrem aufs Minimalste reduzierten persönlichen Raum auszubreiten. Ein paar wenige Gesichter, die Aufgeschlossensten und Wachesten, beobachten die anderen Weggenossen.

Der Autor fand sich überrascht in der Erkenntnis, daß es während der vorlesungsfreien Zeit im Sommer offenbar akzeptabel geworden ist, mit dem „Handy“, jenes Gerät, welches sich von der Mobiltelephonie ab un der Mobilkakophonie zugewandt hat, seine Mitbürger zu terrorisieren. Deswegen hat man immer mal wieder, oft von autostigmatischen kleinen Kampfgören oder anderen untererzogenen Unterschichtlern, das blecherne Plärren eines Paares schlechter „Handy“-Brüllwürfel. Sie geben etwas, welches man früher mit größter Vorsicht und einem Mindestabstand von fünf Kilometern zum nächsten bewussten Lebewesen „Musik“ zu nennen vielleicht gedachte, heutzutage aber leider aufgrund demokratischer Mehrheit gegenüber einer sich höflich enthaltenden Menge leider schon an öffentlichen Plätzen die Kunst der Musik beschmutzt, wieder. Und das in einer Lautstärke, die von gezielter Asozialität oder einer totalen Ignoranz der Präsenz anderer erzählt.

Daher: Dear lazyweb, I’d like a mobile phone virus that just kills any media player software. Pretty please?

Autor: Tobias Wolter

Der Autor dieses Blogs fällt in die Kategorie jener seltsamen Menschen, die viel zu viel Zeit vor dem Computer verbringen, und ist somit auch in sozialer Hinsicht etwas anders gepolt als die meisten Menschen in dieser schönen neuen Welt, welche seine Heimat darstellt — daher auch der Titel des Blogs. Ganz dem Cliché folgend hat sich der Autor im Lauf seines Lebens schon einigen seltsamen Entscheidungen hingegeben, welche nicht ganz zeitgemäß scheinen, zum Beispiel den Verzicht auf eine gute Abiturnote zu Gunsten der eigenen Freizeit, die Ableistung des Wehrdienstes bei der Bundeswehr, im Gegensatz zur Annahme der Fluchtmöglichkeiten des Wehrersatzdienstes, und dem Studium der Mathematik an der Universität zu Köln. Zu finden ist er derzeit in Hürth bei Köln, wo er es immer noch nicht geschafft hat, durch exzessives Verlinken der Wikipedia sich sponsorn zu lassen.

3 Gedanken zu „Brüllwürfel, viel zu kleine“

  1. Eigentlich ist Musik, die allgemein hörbar ist in den Bahnen der KVB nicht erlaubt. Wenn die das nur mal durchsetzen würden.

    Finde wir brauchen New Yorker Subway verhältnisse. Da wird so etwas ein Riegel vorgeschoben, die KVB ist eh eine fahrende Müllkippe, organisch wie anorganisch.

  2. Hömma, ich weiss ja nich wie dat in Köln so is, aber inner S1 gehört dat doch schon zum Lebensgefühl. Kann man sich dran gewöhnen. Also lass ma gut sein, klingt ja schon wie bei ner Versammlung der militanten Senioren.

    [Anm. d. Red: So klingt der Rest der Seite auch; außerdem ist etwas nicht okay, nur weil viele Leute es machen.]

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