Doofe Dinge

  • Verkehrssicherheitsprogramm live erleben. (2006?9??24?)
  • Klausur mit zweifelhaftem Erfolg schreiben. (2006?9??25?)
  • Plötzlich ausfallende Zähne. (2006?9??25?)
  • Das Provisorium an ihrer Stelle. (2006?9?26?)

Bots und Guild Wars, oder: Wie man andere Leute dazu bringt, einem Geld zu schenken

Schon ein Dutzend Treffer von Leuten, view die nach „guild wars farmbot“ oder ähnlichem auf Google suchten.

Heute mal ein etwas weniger herausgefordertes Thema, and sondern eher eine interessante Beobachtung. Letztens ist mir aufgefallen, buy cialis daß es für das MMORPG (bzw., nach eigener Definition, ein CORPG) namens „Guild Wars“ ein sogenanntes Programm gibt, welches sich ‚farmbot‘ schimpft. Dieses Programm dient dazu, dem Besitzer einer Spielfigur vollautomatisch zu Reichtum zu verhelfen, indem es von selbst anhand einer gewissen Logik durch die Spielwelt streift und die sich immer wieder neugenerierenden Monster abschlachtet, um deren Gegenstände zu kassieren und möglichst gewinnbringend zu verscherbeln. In anderen Worten also den vielleicht nicht ganz so spannenden Teil des Spiels, den man dazu braucht, um seinen eigenen Charakter zu stärken.

Nun ist es halt so, daß sowas nicht gerne gesehen wird und solche Programme allgemein als Schummeln angesehen werden, da sie das absichtlich lästerige Jagen und Sammeln zu einer Tätigkeit verkommen lassen, um die man sich selber nicht kümmern muss. Das ist so, als würde man ein Programm schreiben, welches sich selbstständig durch die Börse navigiert und die Gewinne/Verluste einer Aktie so voraussagen könnte, dass es seinen eigenen Gewinn maximiert: ungeheuer praktisch, aber da im Falle von Guild Wars andere Spieler eines auf fairness getrimmten Spiels die Betuppten sind, ist das ganze natürlich unakzeptabel. Bei der Börse würden die betuppten Konkurrennten warscheinlich ein paar Rechtsverdreher mit ziemlich böse aussehnende Aktenköffern vorbeischicken, wenn man auffliegt; beim Spiel wird das Benutzerkonto geschlossen und man darf nicht mehr mitmachen.

Guild Wars aber ist in Hinsicht auf die Erstellung von Benutzerkontos nicht unbedingt so wie andere Spiele seine Art, denn es verzichtet auf das klassische Abonnement-System mit eingebauter Datenkrake, die über Name und Adresse des Spielers hinweg auch noch Bankverbindung und ähnliches sammelt. Dieses Spiel basiert nicht darauf, daß man monatliche Zahlungen tätigt, sondern eine einmalige Zahlung, und versucht dann, mit Erweiterungspacks etc. genug Geld für den Unterhalt des Spieles einzutreiben. Ein Konzept, was bisher ziemlich gut aufgeht.

Das Problem bei der Sache ist aber, daß so ein Spieler, der gerade gebannt wurde, aber problemlos wieder ins Spiel zuruckkönnte, indem er sich einfach eine neue Kopie kauft. Das ist vielleicht etwas teuer, aber man muss das Potential abwägen. Geht man nun von einem einzelnen Spieler aus, der ein ordentliches Konto als „Hauptkonto“ führt, mit seinen sehr wichtigen Charakteren alle in diesem Konto. Und nun geht der gewiefte Betrüger hin und kauft sich eine weitere Kopie des Spiels (was, von den Kosten her, äquivalent ist mit so ungefähr drei bis vier Monaten Spielzeit anderer Spiele), un benutzt diese dann, um seinen lustigen Bot aufzusetzen. Über einige Umwege sorgt er dann dafür, daß seine Hauptcharaktere die Früchte dieses Handelns tragen. Das ließe sich leicht zurückverfolgen, wenn man sich einfach mal forensisch die Historie des Charakters anguckt, aber dafür hat praktisch nie jemand die Zeit, und verübeln kann man es den Adminstratoren auch nicht.

Dann gehen wir davon aus, daß, nach einiger Zeit, dieser Bot auffliegt, und das Konto des Bots gesperrt wird. Es gibt zwei Möglichkeiten: wenn der Spieler nun meint, das es genug ist, endet die Geschichte hier. Wenn er aber gierig wird, was natürlich bei fast gar keinem Menschen der Fall und daher vollkommen unrealistisch ist, könnte er es noch einmal versuchen.

Nachdem er sich dann also eine neue Version und damit ein neues Konto gekauft hat, fängt er wieder an. Und es geht so weiter. Es ist also eine lästige Sache, daß irgendwer über geschummelte Wege zu einem sehr gut ausgerüstetem Charakter kommt, gerade, wenn man viele ehrliche Spieler sieht, die ewig lange in mühseliger Kleinarbeit alles nötige für diese eine supertolle Rüstung™ zusammenkratzen. Aber man muß es dabei auch von der positiven Seite sehen: Die Betreiber von Guild Wars verdienen sich daran eine goldene Nase. Daher ist es vielleicht gar nicht so wichtig, eine effektive Blockierungsmethode für diesen Bot zu finden, so daß er nicht mehr funktioniert, sondern vielleicht nur die Möglichkeiten, ihn zu finden, zu verbessern. Im großen Ganzen bringen nämlich die freiwilligen Geldspenden dem Spiel mehr als man davon hat, den einen Schummler endgültig zu vergraulen.