Relevanz fiktionaler Charaktere als Meinungsträger

Letztens ist dem Autor spontan aufgefallen, stomach daß es viel einfacher ist, order seine Meinung zu äußern, wenn man dies nicht direkt macht, sondern sie über den Umweg eines fiktionalen Charakters beschreibt. Oft ist es nämlich so, daß gerade diese eher „frei“ von Vorurteil betrachtet werden, während der Mensch an sich durch alle möglichen Zusammenhänge stigmatisiert wird, seien es nun die aktuellen Beziehungen, Sachen, die man mal vor einiger Zeit gesagt hat oder auch nur die generell Meinung über einen selbst.

Die Vorteile davon hingegen, einen fiktionellen Charakter so zurechtzubiegen, daß er die eigene Meinung herüberbringt, liegen auf der Hand: man kann den Charakter frei gestalteten, das heißt, man kann ihn so liebenswert wie asozial wirken lassen, wie man selber gerne wirken würde. Da der Leser zumindest bei prosaischer Fiktion (womöglich) im Bann der Geschichte ist, wird das ganze Konzept, welches der Charakter vertritt, viel widerstandsloser angenommen, als wenn es tatsächlich als ein Diskussionsgegenstand zur Rede stünde. Auch fällt es dem Leser viel leichter, den Charakter in eine Schublade, wie „Held“ oder „Bösewicht“, einzuordnen, welches dem Akzeptanz und der Verständnis sehr zuträgt.

Gewisse Politiker sollten mal anfangen, Romane zu schreiben.

Autor: Tobias Wolter

Der Autor dieses Blogs fällt in die Kategorie jener seltsamen Menschen, die viel zu viel Zeit vor dem Computer verbringen, und ist somit auch in sozialer Hinsicht etwas anders gepolt als die meisten Menschen in dieser schönen neuen Welt, welche seine Heimat darstellt — daher auch der Titel des Blogs. Ganz dem Cliché folgend hat sich der Autor im Lauf seines Lebens schon einigen seltsamen Entscheidungen hingegeben, welche nicht ganz zeitgemäß scheinen, zum Beispiel den Verzicht auf eine gute Abiturnote zu Gunsten der eigenen Freizeit, die Ableistung des Wehrdienstes bei der Bundeswehr, im Gegensatz zur Annahme der Fluchtmöglichkeiten des Wehrersatzdienstes, und dem Studium der Mathematik an der Universität zu Köln. Zu finden ist er derzeit in Hürth bei Köln, wo er es immer noch nicht geschafft hat, durch exzessives Verlinken der Wikipedia sich sponsorn zu lassen.

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