Citroën und der richtig tiefe Griff in die Patsche

Werbungen, die absolut nicht angemessen sind.

Citroën — ein französischer Automobilhersteller — hat seit neuestem wieder eine neue Werbung im Fernsehprogramm geschaltet, und diese Werbung ist, gelinde gesagt, sehr ungeschickt.

Mit welcher Rechtfertigung kann man dahingehen, und anfangen, eine Werbung zu zeigen, welche wie folgt verläuft:
Zuerst sieht man nur schemenhaften Kurven eines Wagens, aus verschiedenen Einstellung, mit der deutschen Nationalhymne leise im Hintergrund. Diverse Akzente des Automobils werden betont, und als es dann zum Logo kommt, wird blatant auf die französische Nationalhymne umgeschwungen, und der Name Citroëns beworben.

Im Allgemeinen gilt es ja nun in Deutschland als verpönt, etwas Nationalgefühl zu haben, und wenn man es mal hat, wird man mehr oder weniger unmittelbar der rechtsextremistischen bzw. faschistischen Szene zugeordnet, ohne auch nur ein Wort gesagt zu haben. Sucks. Natürlich ist es etwas wirr, wenn die Leute eine Deutschlandfahne am Fahnenmast bei sich hängen haben (gerade wenn es eine Dienstflagge ist, und nicht die einfache Nationalflagge) — und sich nichtmal aus Solidarität daran halten, wenn staatliche Einrichtungen aus diversen Gründen auf Halbmast hissen — aber deswegen ist man meines Erachtens nicht gleich ein Nazi. Selbst wenn das die Linksextremisten, die gerne diese Freecard ohne weitere Erlaubnis auf vollkommen überladenen Knuddels-Seiten benutzen, ohne das Bild von hier aus zu sich zu kopieren, extremst widersprechen werden. (Hinweis: ich nehme es mir heraus, wie zuvor sinnlose Spruchaufsagerei einfach nicht zu genehmigen. Geht damit vor ’ne Polizeiwache.)

Aber nur, weil es in Deutschland als modisch gilt, sich über Nationalgefühl lustig zu machen, darf da einfach so ein französischer Autohersteller kommen und mehr oder weniger ganz offen Deutschland lächerlich machen und Frankreich hochloben, in einer für das deutsche Volk bestimmten Werbung? Ich glaube nicht, und bin dafür, Citroën aktiv zu boykottieren.

//edit: Schreibweise von Citroëns Namen korrigiert, cheers youam

Autor: Tobias Wolter

Der Autor dieses Blogs fällt in die Kategorie jener seltsamen Menschen, die viel zu viel Zeit vor dem Computer verbringen, und ist somit auch in sozialer Hinsicht etwas anders gepolt als die meisten Menschen in dieser schönen neuen Welt, welche seine Heimat darstellt — daher auch der Titel des Blogs. Ganz dem Cliché folgend hat sich der Autor im Lauf seines Lebens schon einigen seltsamen Entscheidungen hingegeben, welche nicht ganz zeitgemäß scheinen, zum Beispiel den Verzicht auf eine gute Abiturnote zu Gunsten der eigenen Freizeit, die Ableistung des Wehrdienstes bei der Bundeswehr, im Gegensatz zur Annahme der Fluchtmöglichkeiten des Wehrersatzdienstes, und dem Studium der Mathematik an der Universität zu Köln. Zu finden ist er derzeit in Hürth bei Köln, wo er es immer noch nicht geschafft hat, durch exzessives Verlinken der Wikipedia sich sponsorn zu lassen.

2 Gedanken zu „Citroën und der richtig tiefe Griff in die Patsche“

  1. Ist mir gestern auch aufgefallen, diese Werbung. Citröen will sich wohl damit auf eine Stufe mit den deutschen Autoherstellern stellen. Das kann wohl nur ein schlechter Witz sein. Franzosen und gute Autos? Und dann nicht einmal Peugeot, sondern auch noch Citröen! Hahaha! Dass ich nicht lache. ;)

  2. Ich wollte nur kurz zu bedenken geben, dass die AUtoherrsteller meistens Werbeleute aus den Ländern beschäftigen, in denen die Werbung laufen soll. DIe C6-Werbung ist zweifelsohne äußerst eigenartig (ich versteh die bis heute ehrlich gesagt nicht) aber ich denk nicht, dass sich da ein böser Franzose über die Deutschen lustig gemacht hat. Eher war das wahrscheinlich ungeschickte Zusammenarbeit…

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