なぜなに KVB: Einsteigen in Straßenbahnen

Eine Handreichung verbindlicher Notiz, oder so.

Wenn man mit der KVB in Köln unterwegs ist, patient so erlebt man es häufiger, order daß Leute noch versuchen, click die Bahn zu bekommen, es aber nicht mehr rechtzeitig schaffen, und daher vor geschlossenen Türen stehen. Ein Phänomen, welches man wohl bei jedem ÖPNV immer mal wieder beobachten kann.

Nur ein Verhalten der Leute dabei irritiert doch sehr: wenn sie trotz wunderbar benutzbarer Türen vor ihrer Nase zu einer anderen Laufen, welche dann aber zugeht. Dieses Verhalten gibt es in den diversesten Ausmaßen: manchmal wird nur zur direkt benachbarten Tür ausgewichen, manche laufen direkt zum anderen Wagen. Natürlich klappt solch ein Versuch eher selten, wenn die Bahn nicht gerade erst angekommen ist, und ist daher zum konsequenten Scheitern verurteilt, sollte der Laufende auch noch so naïv sein, anzunehmen, daß bei irgendeiner halbwegs aktuellen Bahn man die Tür dadurch vom Schließen abhält, daß man den Knopf — bzw. besser die druckempfindliche Fläche, eher, da es im Gegensatz zu den alten, echten Knöpfen nicht mehr möglich ist, irgendeine Fläche hineinzudrücken — drückt.

Dieser weitverbreiteter Irrglaube verhindert dann bei den meisten Leuten, daß sie einfach mit einer Hand oder ähnlichem zwischen die mit Gummi gepolsterten Türen zu greifen und eventuell noch etwas nach außen zu drücken, welches die Tür dazu veranlässt, sich wieder zu öffnen, da die Drucksensoren anschlagen. Und somit stehen sie dann vor geschlossenen Türen, und drücken frenetisch den Knopf vor ihnen, in der Hoffnung, daß die Tür dann doch noch aufgeht. Die wenigsten sind so schlau, sich noch einmal umzuschauen, und zu merken, daß die Tür links (Œ) von ihnen noch wunderbar offen und frei traversierbar ist.

Ich nehme einmal das Beispiel von heute: ich saß im hinteren Wagen, als die Bahn an einer Haltestelle anhielt. Kurz bevor sich die Türen schloßen, kam ein Mann vorbeigelaufen und wollte an der drittletzten Tür einsteigen. Dazu sei gesagt, daß an dieser Haltestelle praktisch jeder, der irgendwie einsteigen will, von vorne kommt. Dieser Mann ist also an sechs(!) Türen, die sich alle gerade schlossen, vorbeigelaufen, um dann bei der Siebten sein Glück zu versuchen. Das Irre: in Tür sechs stieg gerade einer ein, und die Tür blieb somit offen, während er weiter auf Tür #7 zurannte. Nachdem Tür #7 sich vollends schloß, fing auch #6 an, sich zu schließen… aber der Mensch drückte weiter munter-fröhlich an seiner Tür herum, ohne sich auch nur ein bißchen vom Fleck zu bewegen. Erst, als sie praktisch zu war, bemerkte er die andere Tür und versuchte noch, durch diese die Bahn zu betreten – natürlich zwecklos.

Nicht nur, daß er an sechs offenen Türen vorbeilief, nein, er saß auch noch der alten Türknopflegende auf. Und war zusätzlich merkbefreit. Scheinbar nervte ihn seine eigene Dummheit so sehr, daß er abschätzig den Arm hochwarf – daß er dies in Richtung Bahn tat war sicherlich nur ein Versehen, und er wollte damit bestimmt nicht so etwas wie „Scheiß Bahn!“ ausdrücken. Denn das wäre ja falsch.

(Zur Referenz: ???? wird als naze nani romanisiert und bedeutet so viel wie „Das wie und warum [von]“)

Autor: Tobias Wolter

Der Autor dieses Blogs fällt in die Kategorie jener seltsamen Menschen, die viel zu viel Zeit vor dem Computer verbringen, und ist somit auch in sozialer Hinsicht etwas anders gepolt als die meisten Menschen in dieser schönen neuen Welt, welche seine Heimat darstellt — daher auch der Titel des Blogs. Ganz dem Cliché folgend hat sich der Autor im Lauf seines Lebens schon einigen seltsamen Entscheidungen hingegeben, welche nicht ganz zeitgemäß scheinen, zum Beispiel den Verzicht auf eine gute Abiturnote zu Gunsten der eigenen Freizeit, die Ableistung des Wehrdienstes bei der Bundeswehr, im Gegensatz zur Annahme der Fluchtmöglichkeiten des Wehrersatzdienstes, und dem Studium der Mathematik an der Universität zu Köln. Zu finden ist er derzeit in Hürth bei Köln, wo er es immer noch nicht geschafft hat, durch exzessives Verlinken der Wikipedia sich sponsorn zu lassen.

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