Kommilitonales Lärmverhalten

Ein kleiner Lästerbericht über Leute, die einfach nicht ihre Klappe halten können.

An der gemeinen deutschen Universität gibt es ein so umfangreiches Angebot an Vorlesungen, healing daß dem gemeinen deutschen Studenten beim Ansatz, diese Menge zu überblicken, in eine Art Dämmerzustand fällt, der oft bis weit nach dem Abschluß anhält – selbst wenn das oft keine Veränderung zum Vorzustand bedeutet.
Nur eines sucht man vergebens in dieser Menge: eine ruhige Vorlesung (wo auch Studenten hingehen). „Gut,“ mag der Pedant jetzt sagen und darauf verweisen, daß der Vortragende gelegentlich mal in einer Vorlesung den Mund aufmachen muß, und es daher gar keine ruhige Vorlesung geben könne. Nun, solchen sei der Besuch einer naturwissenschaftlichen Vorlesung, welche aus rituellem Tafelanschrieb besteht, zu besuchen.
Es geht — natürlich — um das Verhalten der Studenten. Mindestens einer, eher zwei oder mehr, reden immer, ohne Ausnahme. Man sollte meinen, daß diese Leute für nichts anderes in der Vorlesung sitzen als den umsitzenden ihr Privatleben in vielfarbigen Tönen lautstark zu schildern. Warscheinlich sind diese Menschen die geheimen Mitglieder einer vom Dekanat niemals schriftlich aufgestellten Sonderfakultät für die Obstruktion von Lehrerfolgen und sähen von Unrat in den Kreisen der studentischen Körperschaft, die für ihre Dienste wider dem Gemeinweisen einer Vorlesung auch noch irrsinnige Summen Geld kassieren.
Eine Regel läßt sich zu diesen Leuten aufstellen: sie sitzen immer hinter einem, in einen Abstand von ein oder zwei Reihen. Das gilt sogar für die Leute, die hinter selbigen sitzen — die Erklärung für dieses Phänomen der Raumkrümmung ist in den Tiefen der Physik begraben und sei dem gescheiten Leser als Übung überlasen (Beweis bitte zu mir).

Interessant ist, daß es für diese Leute keinen Bedarf für Luftpausen gibt — und, Beobachtungen zu Folge, nur selten mit einer bassigen Stimme.

Autor: Tobias Wolter

Der Autor dieses Blogs fällt in die Kategorie jener seltsamen Menschen, die viel zu viel Zeit vor dem Computer verbringen, und ist somit auch in sozialer Hinsicht etwas anders gepolt als die meisten Menschen in dieser schönen neuen Welt, welche seine Heimat darstellt — daher auch der Titel des Blogs. Ganz dem Cliché folgend hat sich der Autor im Lauf seines Lebens schon einigen seltsamen Entscheidungen hingegeben, welche nicht ganz zeitgemäß scheinen, zum Beispiel den Verzicht auf eine gute Abiturnote zu Gunsten der eigenen Freizeit, die Ableistung des Wehrdienstes bei der Bundeswehr, im Gegensatz zur Annahme der Fluchtmöglichkeiten des Wehrersatzdienstes, und dem Studium der Mathematik an der Universität zu Köln. Zu finden ist er derzeit in Hürth bei Köln, wo er es immer noch nicht geschafft hat, durch exzessives Verlinken der Wikipedia sich sponsorn zu lassen.

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