Unlocks

Betrachtungen über „Unlock“-Inhalte.

Warum ist das Prinzip der „Unlocks“ (Bonusinhalte, treatment die man sich erst durch das Durchspielen eines Spiels oder aehnliche Anforderungen freischalten kann) eigentlich bei westlichen Videospielen so wenig verbreitet? Mit der Ausnahme von Onlinespielen, ask wo es oft nur dabei dient, den Spieler weiter an das Spiel zu fesseln, weil er seinen eigenen Ehrgeiz durch das Freischalten von Boni oder Medallien befriedigen will (siehe Battlefield 2: Special Forces, wo eine „Special Service Medal“ 4500 Spielstunden (bei einer von sechs Parteien, die Zeiten von den anderen lassen sich nicht anrechnen) erfordert — zum Vergleich: ein Jahr hat etwas mehr als 8500 Stunden), praktisch gar keinen Einzug gefunden. Dabei erhöhen sie, meines Erachtens, den Wiederspielwert eines Spieles erheblich.

Als ein klassisches Beispiel nehme ich mal das auch im „Westen“ populäre Videospiel Metal Gear Solid: Nach dem erstmaligen Durchspielen des Spieles bekam der Spieler einen zusätzlichen hilfreichenen Gegenstand zum Durchspielen des Spieles – entweder ein Stirnband, welches ihm unbegrenzte Munition verleiht, oder eine Tarnfunktion, wie sie ein sehr beliebter Zwischengegner aus dem Spiel auch hat. Und nach zweimaligem Durchspielen durfte man die Hauptfigur in einem Anzug á là James Bond durch das Spiel steuern, welches einfach nur noch Kultfaktor hatte. Auch konnte man, sobald man die Kamera sein eigen nannte, alles mögliche im Spiel photographieren, und fand auch verstecke Auftritte des Entwicklerteams, und viele weitere Ostereier.

Zusätzlich dazu gab es noch andere Goodies in den VR-Missionen, wo man sich durch Spielen der (eher eintönigen) Trainingsmissionen weiteren Inhalt freischalten konnte, der gerade den Fans des Hauptspieles sehr appelliert.

Und sowas findet sich in jeder guten asiatischen Produktion, und was hat man heute? Call of Duty 2, wo man die selben Szenarien von Teil 1 mit etwas besserer Graphik und einiger anderer technischer Neuerungen einmal durchspielt. Und danach? Mehrspielermodus existiert, aber am Einzelspielermodus passiert absolut gar nichts. Keine Änderungen, kein nichts, die Gegner sind alle an den selben Stellen und keine Neuerung, außer vielleicht mal der andere Schwierigkeitsgrad. Und dann spielt man die Spiele als geübter Zocker auch noch in einer gerade mal ins zweistellige rutschenden Anzahl Stunden durch. Toll.

Spielemacher, mehr Inhalt für die Spiele! Und belohnt die Leute doch mal gefälligst dafür, daß sie ein Spiel durchspielten! „Congratulations! You win!“ ist selten zufriedenstellend!

But now, this is where I get off.

Autor: Tobias Wolter

Der Autor dieses Blogs fällt in die Kategorie jener seltsamen Menschen, die viel zu viel Zeit vor dem Computer verbringen, und ist somit auch in sozialer Hinsicht etwas anders gepolt als die meisten Menschen in dieser schönen neuen Welt, welche seine Heimat darstellt — daher auch der Titel des Blogs. Ganz dem Cliché folgend hat sich der Autor im Lauf seines Lebens schon einigen seltsamen Entscheidungen hingegeben, welche nicht ganz zeitgemäß scheinen, zum Beispiel den Verzicht auf eine gute Abiturnote zu Gunsten der eigenen Freizeit, die Ableistung des Wehrdienstes bei der Bundeswehr, im Gegensatz zur Annahme der Fluchtmöglichkeiten des Wehrersatzdienstes, und dem Studium der Mathematik an der Universität zu Köln. Zu finden ist er derzeit in Hürth bei Köln, wo er es immer noch nicht geschafft hat, durch exzessives Verlinken der Wikipedia sich sponsorn zu lassen.

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