Interessante Kommilitonen (3)

Neues von unserem Quotenidioten.

Heute war es mal wieder so weit, cialis daß man wieder einmal in den Genuß kam, rx die Anwesenheit unseres allseits beliebten Mitkommilitonen wahrzunehmen: er bewegte sich schon lange vor Beginn der Vorlesung in den Hörsaal, ein Ereignis, das selbst dem engagierten normalen Studenten Montags eher selten widerfährt. Nichtsdestotrotz vollbrachte er dieses Wunderwerk, wo er doch die ganze letzte Woche scheinbar abwesend war, und setzte sich sofort in die zweite Reihe rechts außen, in Reichweite der Steckdosen. Was hätte man auch erwartet.

Was einem beim Auspacken des Laptops verblüffte: er packte auch zwei schlichte, abgewetzte Bücher mit einem Ledereinband aus, und das sichtbare von dem beiden war mit dem Titel „sacre scritture“ versehen. Von da an gingen natürlich die Überlegungen bei der Audienz durch: Studiert dieser Mensch etwas Mathematik und Religion auf Lehramt? Oder nur Mathematik und Italienisch? Vielleicht studiert er etwas ganz anderes? Seit der Trennung von Staat und Religion sollte man eigentlich meinen, daß man Religion und Mathematik nur noch in exotischen Fällen verbindet. Und dieses Exemplar von Mensch wirkt mir nun nicht wie jemand, der zu den Leuten gehört, die sowas erfolgreich machen.

Dessen ungeachtet frage ich mich doch, wie viele Bilder man machen kann, so daß man die ganze Zeit in der Vorlesung Bilder guckt und e-Mails schreibt, ohne der Vorlesung auch nur ansatzweise Achtung zu schenken. Es war schon interessant, auf die Entfernung nur die Textformatierung zu beachten: Einrückungen über ca. Dreiviertel des Eingabefeldes – mitten im Satze, wohlgemerkt – ohne erkennbaren strukturellen Grund (inhaltlich vermag es mir nicht, eine Aussage zu fällen, da ich nicht gelesen habe, was er eigentlich schrieb; ich könnte nicht mal beantworten, in welcher Sprache es geschrieben war). Und dem nicht genug, nein, so fand dies natürlich alles noch im Eingabefeld des horde/IMP-Webinterfaces vom Studenten-Emailkonto statt. Nicht, daß man mit IMP irgendwie brauchbar formatierte Mails schicken könnte.

Und heute hatte er nicht mal mehr die Digitalkamera dabei. Inzwischen frage ich mich ja, ob dieser Mann nicht irgendwie eine Art von reichen Bettler darstellt: er sucht sich einen bequemen Sitzplatz in ein Vorlesung, tut so, als wäre er interessiert, und täuscht somit Aktivität seinerseits vor. Sobald er sich dann eingelebt hat, beginnt er damit, die Veranstaltung zu vernachlässigen, und sich seinen Privatangelegenheiten zu widmen, während er dann auf Universitätskosten Strom, Internet und Sitzplatz im Warmen bezieht. Das muß es sein.

Damit dieser Beitrag nicht eine reinste Lästerei ist, so auch etwas Informatives zum Schluß: die japanische Mozilla-Benutzergruppe schafft es warscheinlich effektiv, Leute zu verwirren, indem sie einfach Wörter als japanische Wörter betrachten, die keine sind – nämlich „Mozilla.“ Im normalen Kontext (zum Beispiel auf der Webseite der MUGJ) steht nämlich der Name von Mozilla in lateinischen Buchstaben zitiert, aber im japanischen Namen der Nutzergruppe wird es wie folgt geschrieben:

???? ?? mojiragumi

Da das so, wie es da steht, warscheinlich keiner meiner Leser ihr Browser korrekt anzeigt, sei dieses PNG als korrekte Darstellung zu betrachten. Für die Interessierten: einen beliebigen Unicode-Font für das eigene Betriebssystem beziehen sowie (bei Benutzung von Mozilla oder Mozilla Firefox, welchen ihn wärmstens empfehlen kann) den Mozilla XHTML Ruby support installieren. Bis dies mal richtig integriert wird zieht wohl noch etwas Zeit ins Land. (Für die Benutzer anderer Browser ist mir keine Abhilfe bekannt – mangels Nachforschung.)

Um zurück zum Thema zu kommen: eigentlich ist es üblich, daß Japaner nicht-japanische Worte (also – mit Ausnahme von Slang – die, die man nicht in einem japanischen Wörterbuch findet), welche „einjapanisiert“ wurden, mit Katakana zu schreiben. Zum Beispiel wird aus dem Englischen „television“ ein ?????(terebi) – sie kürzen auch gerne ab, aber das ist etwas anderes. Eigentlich solle dann also „mozilla“ nach der Einjapanisierung als ?????(mojira) geschrieben werden, aber statt den Katakana wurden Hiragana verwendet, welche als Silbenschrift für echte japanische Worte verwendet wird. Wenn man sich nun dran gewöhnt hat, daß diese Trennung für die Japaner eine so eiserne Regel ist, daß selbst Wörter wie Fernseher immer noch als ausländische Wörter gelten, kann es den angehenden Japanisch-Sprecher wirklich ins Stutzen bringen, wenn er auf einmal mit so einer Unregelmäßigkeit konfrontiert wird.

Autor: Tobias Wolter

Der Autor dieses Blogs fällt in die Kategorie jener seltsamen Menschen, die viel zu viel Zeit vor dem Computer verbringen, und ist somit auch in sozialer Hinsicht etwas anders gepolt als die meisten Menschen in dieser schönen neuen Welt, welche seine Heimat darstellt — daher auch der Titel des Blogs. Ganz dem Cliché folgend hat sich der Autor im Lauf seines Lebens schon einigen seltsamen Entscheidungen hingegeben, welche nicht ganz zeitgemäß scheinen, zum Beispiel den Verzicht auf eine gute Abiturnote zu Gunsten der eigenen Freizeit, die Ableistung des Wehrdienstes bei der Bundeswehr, im Gegensatz zur Annahme der Fluchtmöglichkeiten des Wehrersatzdienstes, und dem Studium der Mathematik an der Universität zu Köln. Zu finden ist er derzeit in Hürth bei Köln, wo er es immer noch nicht geschafft hat, durch exzessives Verlinken der Wikipedia sich sponsorn zu lassen.

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