Nässe und Straßenbahnen.

Ich sollte mich langsam zum Straßenbahnblog wandeln.

Es ist doch immer wieder lustig, here was man morgens so alles beobachten kann, sovaldi sale wenn man denn mit einer der meistverkehrten Zubringerlinien der Straßenbahn in die Stadt hineinfährt. Die ganzen Pendler — beziehungsweise Arbeitlose und Studenten, zu der Zeit, zu der ich fahre — welche sich jeden Tag in die Bahn quälen. Und einen gegen Null tendierenden gesunden Menschenverstand haben.

Was macht man also, wenn der Himmel mal dunkel ist und ein paar Tropfen Wasser vom Himmel fallen? Richtig. Jeder noch so hinterletzte Mensch, der es eigentlich nicht nötig hat, fährt Straßenbahn. Ungefähr die Hälfte zwischen einer und zwei Stationen. Aber das ändert leider auch nichts dadran, daß die Bahn bis zum Bersten gefüllt ist, und man selber mit etwas Mühe gerade noch genug Frischluftzufuhr zu Stande bekommt, daß man nicht sofort auf Grund von exzessivem Sauerstoffmangel und eventuell erhöhter Müdigkeit sofort wieder ins Land der Träume davonrutscht.

Hier setzt dann mal wieder die wahre Idiotie des homo sapiens urbensis (oder so), des gemeinen Stadtmenschen, ein. Was machen wir denn, wenn wir in eine volle Bahn steigen, wo sehr viele Menschen stehen, welche in Schwaden vom Wasserdampf, der von ihrer naßen Kleidung aufsteigt, umhülllt sind? Richtig: wir machen die Fenster zu.

WTF?

Man geht von einer kühleren Temperaturzone in eine wärmere, während man relativ gut wärmereflektierende Kleidung trägt, welche zufällig auch noch ziemlich dicht ist und somit der ganzen warmen Luft darunter wenig Chance gibt, zu entweichen, wo auch noch viele andere Menschen nach genau dem selben Prinzip gerade nur so vor Wärme strahlen, und dann macht man es sich künstlich noch wärmer, weil es draußen ja so ein „Sauwetter“ (wortlaut anderer Kunden der KVB, Übersetzung: es regnet gerade ein bißchen) sei.

Vergessen sind bei dem Gedanken an etwas Kälte die Idee, daß mit dieser Kälte auch frische Luft kommt, und somit die alte Luft, welche schon fast so stark steht daß sie eine Oberfläche besitzt, die man schneiden könnte, entweichen könnte. Auch vergessen der Gedanke, daß es nur noch schlimmer wird mit der „Kälte“, wenn man denn dann wieder bei seiner Zielstation aussteigen muß. Und dann hilft die wohlige Wärme im Verbund mit dem Mangel an Frischluft natürlich, wie oben erwähnt, schon zu einem früh wieder einsetzenden Schlaf.

Bei den starken Hitzeschäden und Mangelerscheinungen in den Köpfen der Fahrgäste ist es ja schon fast zu erwarten, daß sie es dann wie üblich nicht schaffen, jemanden effektiv aus der Bahn rauszulassen, geschweige denn gerade so einen Knotenpunkt wie die Tür zu verstopfen. (Einfach mal beobachten: wenn man abends in die Bahn einsteigt, einfach mal in die Gänge zwischen den Türen gehen. Herrliche Beinfreiheit.)

Autor: Tobias Wolter

Der Autor dieses Blogs fällt in die Kategorie jener seltsamen Menschen, die viel zu viel Zeit vor dem Computer verbringen, und ist somit auch in sozialer Hinsicht etwas anders gepolt als die meisten Menschen in dieser schönen neuen Welt, welche seine Heimat darstellt — daher auch der Titel des Blogs. Ganz dem Cliché folgend hat sich der Autor im Lauf seines Lebens schon einigen seltsamen Entscheidungen hingegeben, welche nicht ganz zeitgemäß scheinen, zum Beispiel den Verzicht auf eine gute Abiturnote zu Gunsten der eigenen Freizeit, die Ableistung des Wehrdienstes bei der Bundeswehr, im Gegensatz zur Annahme der Fluchtmöglichkeiten des Wehrersatzdienstes, und dem Studium der Mathematik an der Universität zu Köln. Zu finden ist er derzeit in Hürth bei Köln, wo er es immer noch nicht geschafft hat, durch exzessives Verlinken der Wikipedia sich sponsorn zu lassen.

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