Lärmendes Pack

Die alltäglichen Probleme des Bahnfahrens.

Ich wurde letztens dazu genötigt, look mich wieder daran zu setzen, tadalafil hier was zu schreiben, damit andere Leute am frühen Morgen was zu lesen haben. Nun denn, ich habe zwar gerade nichts, was mich wirklich imminent belästigt, aber es gibt ja immer noch die kleinen Probleme.

So zum Beispiel: die kleinen Blagen von etwas mehr als einem Meter Bauhöhe, die in den Zeiten zwischen zwölf und vierzehn Uhr die Straßenbahnen füllen. Es erstaunt mich immer wieder, wie laut diese Ausgeburten der Hölle sein können. Es gibt Leute, die behaupten, das ein laufendes Düsentriebwerk mit zu den lautesten Geräuschen auf diesem Planeten zählt. Wer davon überzeugt ist, sollte mal aus seinem Institut rauskommen und mit der Straßenbahn nach Hause fahren. Man wird sofort eines Besserem belehrt.

Zum Vergleich: Ich höre ziemlich regelmäßig Musik, wenn ich zwischen Hürth und Köln pendele. Da ich nicht so masochistisch bin, den Lautstärkeregler meines MP3-Player bis zum Anschlag aufzudrehen, habe ich ein „gesundes“ Mittelmaß an Lautstärke eingestellt: ich höre etwas mehr Musik als ich die Umgebung um mich herum höre, wobei ich in der Bahn, ob des Fahrgeräusches ebenjener, um eine Laustärke erhöhe.

Steige ich so nun in die Bahn ein, in der bereits Kinder anwesend sind, frage ich mich nach dem Überwinden der physischen Barriere zwischen Außenwelt und Bahn, deren Durchquerung einen dazu bewegt, die meisten wärmespeichernden Kleidungsstücke abzulegen, regelmäßig, ob die Batterie meines MP3-Players just in jenem Moment aufgegeben habe. Wenn ich dann auf den MP3-Player blicke, stellt sich kurzzeitig ein für die Umgebenden, so sie denn mich beobachten sollten, ziemlich ungläubig wirkender Blick ein; schließlich meint das Gerät im Normalfalle, daß es noch liefe.

Nur höre ich nichts, da mal wieder kreischende Kinderstimmen die Luft zerschneiden. Daß Leute von diesen unglaublichen spitzen Schallwellen keine Verletzungen davontragen ist wohl der geringste Trost bei der Sache. Was die ganze Sache noch undankbarer macht: die Kinder scheinen sich untereinander zu verstehen; also muß entweder der gemeinsam erzeugte infernalische Lautspiegel als eine Art Trägersignal dienen, und wir älteren Menschen sind einfach nicht in der Lage, die Seitenbänder rauszuhören (TODO: SSB-Chip in eigenen Kopf implantieren zwecks Überprüfung dieser Theorie.). Die andere Möglichkeit ist natürlich, daß die Kinder sich gar nicht untereinander verstehen wollen, weswegen sie einfach einen konstanten Lärmpegel aufrechterhalten. So als Ersatz zu dem, was meiner Wenigkeit das kleine musikproduzierende Gerät in der rechten Hosetasche sei.

Würde mich nicht weiter verwundern, wer spricht schon gerne mit einem Grundschüler oder Früh-Zweitschuler, der gerade aus der Schule kommt.

Wenn man die Situationen so betrachtet, fragt man sich nur eins: „War ich früher auch so?“
Kritische Selbstreflektion sagt: selten. Meist waren die anderen Kinder im Schulbus lauter, wenn ich mit wem geredet habe, und den Großteil der Zeit schwieg ich eh und beobachtete einfach.

Frägt sich nur, ob das unbedingt besser ist für die persönliche Entwicklung.

Autor: Tobias Wolter

Der Autor dieses Blogs fällt in die Kategorie jener seltsamen Menschen, die viel zu viel Zeit vor dem Computer verbringen, und ist somit auch in sozialer Hinsicht etwas anders gepolt als die meisten Menschen in dieser schönen neuen Welt, welche seine Heimat darstellt — daher auch der Titel des Blogs. Ganz dem Cliché folgend hat sich der Autor im Lauf seines Lebens schon einigen seltsamen Entscheidungen hingegeben, welche nicht ganz zeitgemäß scheinen, zum Beispiel den Verzicht auf eine gute Abiturnote zu Gunsten der eigenen Freizeit, die Ableistung des Wehrdienstes bei der Bundeswehr, im Gegensatz zur Annahme der Fluchtmöglichkeiten des Wehrersatzdienstes, und dem Studium der Mathematik an der Universität zu Köln. Zu finden ist er derzeit in Hürth bei Köln, wo er es immer noch nicht geschafft hat, durch exzessives Verlinken der Wikipedia sich sponsorn zu lassen.

Kommentar verfassen