Che Guevara und die Jugend

Beobachtungen in der Straßenbahn: was die Jugend von heute so trägt.

Ist doch immer wieder interessant, ailment was einem mal auffällt, find wenn man sich die Menschen in der Straßenbahn mal tatsächlich anguckt. Da steigt in Efferen dann doch glatt so ein Päärchen rein, pharmacy wobei sie offenbar irgendeinem Modewahn aufgesessen ist. Abgesehen von dem modischen Lippenpiercing (Anm. d. A.: *kotz*) trug sie ein paar Schuhe, die unter der Bezeichnung Chucks laufen; zusätzlich dazu hatte sie eine fast männliche Körperhaltung, und es sieht ziemlich unterhaltsam aus, wenn eine Frau leicht breitbeinig herumsitzt und sich durch ihre Armhaltung aufplustert. Mein strahlender Retter wider dem lauten Loslachen war ein Artikel im SPIEGEL, das Gespräch zwischen Stoiber und Lafontaine.

Dieser Artikel ist jedoch nicht das Thema des Beitrags; mir geht es viel mehr, um das T-Shirt, das diese … Dame trug, rot in der Farbe, mit einer gelben Aufschrift auf der Rückseite: „Viva la revolution!“ (sic.) – an sich schon etwas seltsam, gar unentschieden, wenn auch Unentschiedenheit in Anbetracht des Gebärdens dieser (wenn man nach dem Körper urteilt) Frau vielleicht gar nicht so falsch ist.

Und dann natürlich die Krönung: auf der Vorderseite war die inzwischen so einer Art Popikone abgestumpften Büste Che Guevaras zu sehen. Immer, wenn ich irgendwen sehe, der diesen Mann auf irgendeinem Kleidungsstück trägt, auf dem Auto kleben oder im Zimmer hängen hat, frage ich mich, ob mehr als ein Prozent der Leute wissen, mit wem sie sich da eigentlich schmücken. Und nun habe ich ein Medium, das sich nicht wehrt. (cachinnatio.)

Nur, wenn die Leute überhaupt wissen, wer Guevara ist, so ist er oft nur „der Revolutionsführer, der gegen Unterdrückung kämpfte“. Welch … passende Beschreibung. Sicher, er war ein Revoluzzer, der gegen die Regierung von Cuba und nachher auch noch in anderen Ländern wie Bolivien Aufstand übte. Nebenbei war er noch der Führer einer Guerilla-Armee, richtete eigenhändig viele Menschen wie Informanten, Befehlsverweigerern, Deserteuren und Spionen, und war während seiner Zeit als Führer der Widerstandsregierung auf Havana besonders daran interessiert, wie Menschen verhört und gefoltert werden.

Aber er hatte ja Marxistische Ideale, und deswegen muß er doch gut sein. Ist doch egal, dass der Mann einmal Arzt war, nur um dann im Kampf zu einem eigentlichen Kämpfer zu werden. Man hört ja nur das, was man wirklich will.

Fragt sich nur, warum man dann, wenn man so offensichtlich einen Kommunisten anzuhimmeln vorgibt, Chucks trägt, welche ja Schuhe waren, die ja aus den bösen, kapitalistischen Vereinigten Staaten stammen. Bestimmt weil die inzwischen nur noch in so kommunistischen Ländern wie China hergestellt werden.

Autor: Tobias Wolter

Der Autor dieses Blogs fällt in die Kategorie jener seltsamen Menschen, die viel zu viel Zeit vor dem Computer verbringen, und ist somit auch in sozialer Hinsicht etwas anders gepolt als die meisten Menschen in dieser schönen neuen Welt, welche seine Heimat darstellt — daher auch der Titel des Blogs. Ganz dem Cliché folgend hat sich der Autor im Lauf seines Lebens schon einigen seltsamen Entscheidungen hingegeben, welche nicht ganz zeitgemäß scheinen, zum Beispiel den Verzicht auf eine gute Abiturnote zu Gunsten der eigenen Freizeit, die Ableistung des Wehrdienstes bei der Bundeswehr, im Gegensatz zur Annahme der Fluchtmöglichkeiten des Wehrersatzdienstes, und dem Studium der Mathematik an der Universität zu Köln. Zu finden ist er derzeit in Hürth bei Köln, wo er es immer noch nicht geschafft hat, durch exzessives Verlinken der Wikipedia sich sponsorn zu lassen.

17 Gedanken zu „Che Guevara und die Jugend“

  1. Wahrscheinlich liegt es an meiner Unwissenheit ob der internen Struktur der kubanischen Revolutionsarmee, aber was ich mich immer frage, ist, warum nun eigentlich Che Guevara das Idol, nicht aber Fidel Castro geworden ist. Er war doch der eigentliche Chef, dachte ich.

    Kannst du (oder wer auch immer) mir das vielleicht erklären?

  2. Du sprichst aus was ich mir auch immer denke wenn ich sogenannte „Alternative“ sehe. Letztlich ist das auch nichts anderes als wenn man sich ein Bild von Hitler übers Bett hängt. Beides Symtome der selben Krankheit, und oder vielleicht auch nur Dummheit, was ich eher bei den Meisten vermute.

  3. Aristoteles: Kann gut sein, dass meine Sätze da zwischendrin Kohärenz verloren haben. Wurde ein paar Mal abgelenkt beim Schreiben.

    Smiss: Castro war der Chef, und Guevara zumindest technisch der Handlanger, ja. Aus Rivalitätsgründen hat Castro zum Beginn der Regierung versucht, ihn aus dem Rampenlicht zu halten, aber nachdem sich Che in der Regierung bekannt machte und aktiv dabei half, die ganzen Angelegenheiten des Staates auf ein sozialistisches System umzustellen (IIRC hatte er was mit dem Agrarsystem zu tun), und nach ’ner Weile war er dann immer der Vertreter für Cuba auf diplomatischen Missionen.

    Castro und Guevara waren auch politisch unterschiedlich eingestellt (Guevara war ziemlich überzeugt von dem ganzen Gedanken des Sozialismus, und schmiss mit Schriften nur so um sich), während es bei GuevaraCastro so eher danach aussieht, als ob er der dunklen Seite der Macht verfallen wäre (oder so).

    Markus: Es ist wohl einfach „hip“.

  4. Guevara war ziemlich überzeugt von dem ganzen Gedanken des Sozialismus, und schmiss mit Schriften nur so um sich, während es bei Guevara so eher danach aussieht, als daß er der dunklen Seite der Macht verfallen wäre

    Wer ist jetzt wer?

  5. Wenn es darum geht hip zu sein, dann müsste man sich doch zum Beispiel dadurch hervor tun können, wenn pro Monarchistisch ist, und sagen wir mal Machiavellis „Der Prinz“ liest.

    Ist aber leider nicht so, wobei ich auch nur den zweiten Teil ausprobiert habe.

  6. Ich habe ja ein solches Poster in meinem Zimmer hängen, mit einer schon länger existierenden Begründung: Neben durchaus politischen Schriften, hat Guevara eine durchaus brauchbare Anleitung für den Guerilla-Krieg geschrieben.
    Ganz abgesehen davon, dass das Poster noch deutlich besser ist, als 11 Fehlfarben-Drucke von einer amerikanischen Schauspielerin im Zimmer hängen zu haben…

  7. Ich bin unmöglich gut, als ist es möglich, dass ich böse bin. Was jetzt davon möglich ist und was nicht, ist mir gerade unmöglich zu entmöglichen. Oder so.

  8. Sag mal ganz ehrlich ich glaube dass mehr als ein Prozent der Leute, die Ernesto (ché) Guevara auf Kleidungsstücken tragen, wissen wer dieser Mann war. In deiner doch so aroganten ihm gegenüber respektlosen Art (ich versuche auf dein „Sprachniveau“ zu kommen )solltest du allerdings bedenken , dass du nicht wircklich weißt wehr er ist .Nur weil du Spiegel liest musst du dich nicht gleich intelligent ,schließlich ist ein intelligenter Mensch ein kritischer Mensch und ein kritischer Mensch würde nicht sagen , Er war interressiert daran wie Menschen gefoltert wurden ,sondern , Er war warscheinlich daran interessiert wie Menschen gefoltert wurden.Außerdem war er kein Artzt sondern hat nur Medizin studiert .Du solltest deinen Beitrag noch mal editieren.Danke für deine Aufmerksamkeit PMPMAN (15 Jahre )
    „Schlechtes Benehmen halten die Leute doch nur deswegen für eine Art Vorrecht, weil keiner ihnen aufs Maul haut.“

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