Menschlicher DoS

Auch Menschen als Objekte sind sehr wohl fähig, die gängigsten Probleme des Internets zu simulieren.

Menschen schaffen es doch immer wieder, in den unerwartesten Momenten totale Hornochsen zu sein.

Ein Beispiel: der Autor dieser Zeilen war mal wieder in der UniMensa, um dort zu essen. Das Tablett mit dem Gulaschteller in den Händen begibt er sich auf dem Weg zu den Besteckbehältern, zum „zivilisierten“ Essen sind diese Hilfsmittel ja schließlich unabdingbar. Da begegnet man doch glatt einer Dreiergruppe homo „sapiens“, welche ein Gespräch führen. Genau vor den Besteckbehältern. Eines dieser Exemplare hat sogar aus Faulheit noch sein Tablett auf der Auflage der Behälter stehen.
Kurzfristig tolerant wie ich bin werfe ich den Leuten eine mehr oder weniger verständliche Aufforderung, doch mal bitte ihre werten Ärsche von vor dem Besteck wegzunehmen, an den Kopf. Daraufhin kam sogar zu meiner vollsten Überraschung eine Reaktion! Doch zu früh gefreut: der eben angesprochene faule Kerl zieht sein Tablett etwas näher zu sich ran. Ungefähr zehn Zentimeter.
Das war’s.
Absolut keine Veränderung für den hoffnungsvollen Aspiranten des Bestecksuchenden, da dadurch immer noch grob die Hälfte des Platzes vor dem Behälter in Platz in Anspruch genommen ist. Eine Halbierung der Ablaufgeschwindigkeit des Prozesses „Tablett abstellen, Besteck nehmen, Serviette nehmen, Tablet aufnehmen“ für alle wartenden.
Oder, als Computerbegriff formuliert: Denial of Service. Zwar wird hier der Dienst nicht komplett verweigert, aber doch durch so eine krude, dumme Aktion stark eingeschränkt.

Irgendwann schreibe ich auch mal was zu Distributed Denial of Service. Beispiel: Supermarkt.

Autor: Tobias Wolter

Der Autor dieses Blogs fällt in die Kategorie jener seltsamen Menschen, die viel zu viel Zeit vor dem Computer verbringen, und ist somit auch in sozialer Hinsicht etwas anders gepolt als die meisten Menschen in dieser schönen neuen Welt, welche seine Heimat darstellt — daher auch der Titel des Blogs. Ganz dem Cliché folgend hat sich der Autor im Lauf seines Lebens schon einigen seltsamen Entscheidungen hingegeben, welche nicht ganz zeitgemäß scheinen, zum Beispiel den Verzicht auf eine gute Abiturnote zu Gunsten der eigenen Freizeit, die Ableistung des Wehrdienstes bei der Bundeswehr, im Gegensatz zur Annahme der Fluchtmöglichkeiten des Wehrersatzdienstes, und dem Studium der Mathematik an der Universität zu Köln. Zu finden ist er derzeit in Hürth bei Köln, wo er es immer noch nicht geschafft hat, durch exzessives Verlinken der Wikipedia sich sponsorn zu lassen.

2 Gedanken zu „Menschlicher DoS“

  1. Ich find das fast noch schlimmer wenn man in der Mensa 10 Minuten steht weil die Leute statt einfach die Nudeln zu nehmen und weiterzulaufen auf die Pommes warten müssen.
    Irgendwie denk ich da dann doch immer, dass beim Bund nicht alles doof war.

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