Klingeltöne

Eine interessante Beobachtung.

Klingeltöne, der Fluch der Fun-Generation, das Sorgenkind vieler Eltern, die die „Spar-Abos“ der Kinder abbestellen dürfen, un der allgemeine Nervtöter in der Straßenbahn, dem Restaurant oder in der Vorlesung. Der geneigte Leser wird nur in Erinnerung an seinen letzten Klingelton-Zwischenfall die Hand vor die Stirn schlagen.

Und nicht nur das: hat irgendwer in der letzten Zeit mal Viva angeschaltet und sich das mal angetan? Da läuft wirklich zehn Minuten am Stück Werbung für Klingeltöne. Es ist nicht zu fassen. Wenn man Strichliste führt, wird einem auffallen, dass jede Werbung mindestens zwei mal wiederholt wird. Außerdem wird einem auffallen, das nichts anderes läuft. Das ganze gibt dem Begriff Musiksender eine ganz neue Bedeutung. Frägt sich nur, ob man einen Klingelton als Musik bezeichnen darf, und ob Rap und Hip-Hop schlechter oder besser als Klingeltöne sind.

Ganz besonders nervig: es gibt jetzt sogar eine Polizeisirene als Klingelton. Komplett mit absolut hirnleerer Werbung. Und sowas kann man leider nicht geüibt ausblenden, wenn man nicht Gefahr laufen will, eine echte Sirene zu überhören.

Im Rahmen einer kurzen IRC-Diskussion über das Thema fiel Treibholz (der Mann mit der Partnerdomain) auf, dass man sich diese Klingeltöne eigentlich nicht installieren darf – oder, falls man es doch tut, danach nie mehr Fernseh gucken darf. Ansonsten würde man ja ganz wirr, weil man nie weiss, ob das eigene Telefon gerade klingelt.

Ich sage: das bißchen Irritation haben Leute verdient, die andere Leute andauernd in der Straßenbahn mit so ’nem Mist ärgern.

Autor: Tobias Wolter

Der Autor dieses Blogs fällt in die Kategorie jener seltsamen Menschen, die viel zu viel Zeit vor dem Computer verbringen, und ist somit auch in sozialer Hinsicht etwas anders gepolt als die meisten Menschen in dieser schönen neuen Welt, welche seine Heimat darstellt — daher auch der Titel des Blogs. Ganz dem Cliché folgend hat sich der Autor im Lauf seines Lebens schon einigen seltsamen Entscheidungen hingegeben, welche nicht ganz zeitgemäß scheinen, zum Beispiel den Verzicht auf eine gute Abiturnote zu Gunsten der eigenen Freizeit, die Ableistung des Wehrdienstes bei der Bundeswehr, im Gegensatz zur Annahme der Fluchtmöglichkeiten des Wehrersatzdienstes, und dem Studium der Mathematik an der Universität zu Köln. Zu finden ist er derzeit in Hürth bei Köln, wo er es immer noch nicht geschafft hat, durch exzessives Verlinken der Wikipedia sich sponsorn zu lassen.

Ein Gedanke zu „Klingeltöne“

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