Weg von der Politiklast

Eine kleine Gedankensammlung zum Thema „Sex vor der Ehe“.

And now for something completely different.

Mehr oder weniger zufällig kam ich gerade mal wieder auf ein wunderbares Thema, thumb wo man doch so toll drüber lästern kann: Kein Sex vor der Ehe.
Das wichtigste Vorweg: *kicher*

Persönlich finde ich es immer lustig, wenn man den (bei der heutigen Jugend zum Glück seltenen) Mädchen und Frauen zuschaut, wie sie ihre Meinung „Ich bin Jungfrau und werde es auch bis zu meiner Ehe bleiben“ vertreten. Das ist ja immerhin ein gewaltiger Problemkomplex. Natürlich kann man argumentieren, dass sie ja gar nicht wissen, was für einen Richtlinie sie sich da vorsetzen, ohne zu wissen, wie das denn mit dem Sex überhaupt ist. Genau so gut kann man auch sagen, dass man den Tod nicht schlecht finden kann, wenn man ihn nicht einmal ausprobiert hat. Manche Sachen will man halt nicht einmal anschauen.

Aber trotzdem schleicht sich einem doch die Frage auf: führt diese Einstellung nicht viel mehr zu Problemen? Es dient natürlich der „Selektion“ unter dem Männerpublikum, denn von meinen männlichen Bekannten würde ich meinen, dass es nicht all zu viele gibt, denen das Thema völlig egal ist. Also könnte man meinen, dass es — aus einer naiven Sichtweise — dabei hilft, zu unterscheiden, ob der Partner, den man sich da angelt, nicht nur „den Körper“ will, sondern das ganze Paket, mit dem Sex als Bonus. Das Problem an der Sache: zum einen ist der Bonus sehr abhängig von der aktuellen Quantenmechanik, da man bei einer Jungfrau im voraus nicht sagen kann, ob sie jetzt im Bett der heiße Feger ist und sich der „Bonus“ lohnt, oder ob der „Bonus“ nicht eher zu einer Qual, einem Malus, wird. Und selbst wenn Sex nicht der Hauptaspekt einer Beziehung (zumindest einer Ehe) sein sollte, so ist er doch noch sehr wichtig, meines Erachtens.

Desweiteren ist die Haltung in der Hinsicht unpraktisch, da man somit sofort eine Beziehung mit dem ewigen Bündnis eingehen will. Dabei ist es heutzutage ja schon fast Gang und Gebe, dass man als Jugendlicher/junger Erwachsener etwas mehr als nur eine einzige Beziehung gehabt hat, man sozusagen den „Pluralismus“ der Gesellschaft geniesst. Stelle man sich nun vor, man lernt eine Frau kennen, geht normal mit ihr aus, etc., und wenn es dann hart auf hart kommt, heisst es, dass man sie erst heiraten soll? Das schreckt den gemeinen jungen Mann von Heute doch schon stark ab. Gerade dann, wenn man bedenkt, dass heutzutage über 40% aller neuen Ehen scheitern. Und dann kommt sofort die eine Frau, und sagt einem, dass man ohne die Idee einer Hochzeit in naher bis ferner Zukunft keine Chance hat? Da spart man sich lieber gleich die ganzen Unkosten bis hin zum warscheinlich nötigen Scheidungsanwalt und sucht sich eine Frau, die etwas moderner in ihren Ansichten ist.

Man kann natürlich meinen, dass es ein Schutzfaktor ist – es hilft davor, schrecklich enttäuscht zu werden (immerhin führt man ja warscheinlich nur eine Beziehung), und die Männer nutzen die Frau nicht aus. Nur frage ich mich, wie eine Jungfrau so altklug sein will, sich davor zu bewahren? Wenn man das ganze hinter sich hat, dann wäre es sehr verständlich, aber um diese Entscheidung im Voraus zu treffen braucht es schon viel Weisheit.

In anderen Worten: Die Einstellung kann vielleicht gut sein, oder historisch mal einen Sinn gehabt haben, aber im Allgemeinen betrachtet, aus der virtuellen Rotbrille eines sozial Herausgeforderten, ist es ein Anachronismus.

An alle Frauen: Der obige Text soll nicht frauenfeindlich wirken. Wenn er das ist, dann stuft ihr automatisch Kritik als „frauenfeindlich“ ein, und bitte nutzt eure Emanzipation nicht so schamlos aus, um sowas anzurichten. Dafür seid ihr eigentlich viel zu wundervolle Geschöpfe.

Autor: Tobias Wolter

Der Autor dieses Blogs fällt in die Kategorie jener seltsamen Menschen, die viel zu viel Zeit vor dem Computer verbringen, und ist somit auch in sozialer Hinsicht etwas anders gepolt als die meisten Menschen in dieser schönen neuen Welt, welche seine Heimat darstellt — daher auch der Titel des Blogs. Ganz dem Cliché folgend hat sich der Autor im Lauf seines Lebens schon einigen seltsamen Entscheidungen hingegeben, welche nicht ganz zeitgemäß scheinen, zum Beispiel den Verzicht auf eine gute Abiturnote zu Gunsten der eigenen Freizeit, die Ableistung des Wehrdienstes bei der Bundeswehr, im Gegensatz zur Annahme der Fluchtmöglichkeiten des Wehrersatzdienstes, und dem Studium der Mathematik an der Universität zu Köln. Zu finden ist er derzeit in Hürth bei Köln, wo er es immer noch nicht geschafft hat, durch exzessives Verlinken der Wikipedia sich sponsorn zu lassen.

2 Gedanken zu „Weg von der Politiklast“

  1. „Manche Sachen will man halt nicht einmal anschauen.“ müsstest du etwas konkretisieren, ich weiss derzeit nicht so genau an wen oder was du denkst ;)

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