16. April 2005: Soziale Interaktion

Wo hier gerade ja über­haupt nichts steht, denke ich mir, kann ich ja direkt mal was zum Blog­ti­tel schrei­ben, nicht.

Neh­men wir uns das Thema Soziale Inter­ak­tion vor. Oder, noch etwas genauer: Inter­ak­tio­nen zwi­schen Men­schen im Rah­men nicht-​​privater Bezie­hun­gen. Ja, ich kann lange Titel for­mu­lie­ren, wie man sieht.

Stel­len wir uns vor, man geht hin und will etwas kau­fen. In der heu­ti­gen Zeit gibt es zahl­lose Mög­lich­kei­ten, sich über das zu Infor­mie­ren, was man denn so kau­fen will. Man kann (im nor­ma­len Falle) auf die Web­seite der Firma/​Gesellschaft/​Hassenichgesehn vor­bei­schauen, und da wird dann oft genug (gele­gent­lich sogar brauch­bar) beschrie­ben, was man denn da so vor sich lie­gen hat. Des­wei­te­ren steht einem auch der Rest des Inter­net zur Ver­fü­gung, wenn man zu den Leu­ten gehört, die sich Sachen wie DooYoo geben. Dann kann man sich auch noch im Laden sel­ber umschauen, denn irgendwo lie­gen die Sachen rum, und haben eine Packung, wo sogar was draufsteht.

Die Frage ist nur: muss man dabei immer direkt Men­schen auf die Ner­ven gehen? So unge­heuer viele Leute heut­zu­tage neh­men irgend­et­was immer noch nicht für voll, wenn man es nicht von einem Men­schen gehört hat. Sie lesen nicht in dem Mate­rial, was ihnen gege­ben ist — sei es der Kata­log, oder, wenn schau gekauft, die Anlei­tung — und suchen sich lie­ber das nächs­te­beste unwil­lige Opfer, um ihnen Fra­gen zu stellen.

Mei­nen Frust als Betrof­fe­ner mag man viel­leicht ver­ste­hen, wenn man schon öfters mal irgend­wie Sup­port gege­ben hat, wobei mein per­sön­li­cher Frust aus den Erfah­run­gen in den diver­sen IRC-​​Channel, ins­be­son­dere #debian.de, stark geprägt ist.

Nur will ich natür­lich sel­ber auch nicht zu den Leu­ten gehö­ren. Man sieht es sel­ten (man wider­lege mich bitte, sollte das nicht zutref­fen), dass ich in irgend­wel­chen Läden oder sonstwo rum­laufe und sofort dem nächst­bes­ten nichts­ah­nen­den Mit­ar­bei­ter um den Hals falle, um ihn mit mei­nen Fra­gen von der Arbeit abzu­len­ken. Ich hasse sowas. Immer­hin möchte ich auch nicht plötz­lich als das arme Opfer dar­ste­hen, wel­ches von einem hirn­lo­sen Rind­vieh durch Fra­gen zu einem Gebilde ähnlich schwei­zer Käse ver­ar­bei­tet wird.

Natür­lich mag man jetzt argu­men­tie­ren, dass die gan­zen armen alten Men­schen, wel­che ja von unse­rer sich ach so schnell fort­schrei­ten­den Welt mit all den neuen fun­keln­den Sachen stark ver­wirrt wer­den, da ja gar nicht mit­hal­ten kön­nen, und allein schon auf Grund von Ange­wohn­heit immer Men­schen haben müs­sen, die sie an der Hand füh­ren. Ich sage dazu nur: immer­hin lei­den sie noch unter der Illu­sion, dass Men­schen nette, hilfs­be­reite Wesen seien! Der Tag wird kom­men, oder so..
Lösung des Pro­blems: lasst sie zu ihren Kin­dern — oder Enkeln — gehen, und genau eine Frage stel­len: “Zeig mir, wie ich mir sel­ber hel­fen kann.“
Für Bonus­punkte kann man dann dem Hel­fen­den noch eine kleine Ent­schä­di­gung geben.

Die Moral von der Geschicht? towo frägt man bes­ser nicht.

Ceterum cen­seo meum esse massagem.

5 Kommentare

  • bla­cky 16. April 2005

    Für mich ist das ein­fach: in dem Moment, wo hel­fen zur Last wird, kos­tet es. Prak­ti­scher­weise ver­ste­hen Anver­wandte und Bekannte sehr schnell, wo die “Schwelle” liegt.

    Und Win­dows oder Hard­ware mache ich eh nicht.

  • Tobias Wol­ter 16. April 2005

    Dum­mer­weise scheine ich im Bekann­ten­kreis da teil­weise doch ein paar Merk­be­freite zu haben..

  • smiss 16. April 2005

    Viele sind regel­recht über­rascht, wenn man sie auf die zahl­rei­chen Infor­ma­ti­ons­mög­lich­kei­ten hin­weist. Schon selt­sam. Gerade bei den­je­ni­gen, die behaup­ten, sich bes­tens mit z.B. dem WWW auszukennen.

  • Tobias Wol­ter 16. April 2005

    Immer auf­pas­sen — sobald irgend­wer sagt, dass sie sich mit “dem Inter­net”, oder, noch bes­ser, “Com­pu­tern” aus­ken­nen, dann..

  • Delta-​​Knight 18. April 2005

    Die meis­ten Leute wol­len es auch nicht wirk­lich wis­sen. Ich kenne Leute die nicht mal die gra­phi­schen Meta­phern wie den Papier­korb oder den Fin­der auf dem Mac­in­tosh verstehen.

    Dein neues Blog gefällt mir.

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